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Was war Ihr Berufswunsch als Kind, Pascal Duss?

Was war Ihr Berufswunsch als Kind, Pascal Duss?

Im Rendez-vous spricht Pascal Duss über mehr als nur Fachliches und beantwortet unsere Fragen.

Erschienen in folgender Publikation:

Was war Ihr Berufswunsch als Kind, Pascal Duss?
Ausgabe
Seite(n)
615–616

Name: Pascal Duss

Beruf/Position: Leiter Sektion Bilaterale Steuerfragen und Doppelbesteuerung beim Staatssekretariat für internationale Finanzfragen

Familie: Frau und zwei Kinder

Hobbys: Velo, Ski(touren), wandern, Musik aktiv (Chor) und als Zuhörer, lesen

Warum wurden Sie Sektionsleiter im SIF? Was wären Sie sonst geworden?

Das war einer ganzen Reihe von Zufällen geschuldet. Angefangen bei der Wahl zur Spezialisierung im Steuerrecht – hier hätte es auch gut einen Sozialversicherungsrechtler aus mir geben können – gefolgt vom Wechsel aus der Beratung zur internationalen Abteilung der ESTV, die später dem SIF zugeteilt wurde. Das internationale Steuerrecht hat mich stets besonders fasziniert. Ich kann mich noch gut an den Einführungskurs bei Arthur Andersen erinnern, wo ich das erste Mal mit dem OECD-Musterabkommen in Kontakt kam. Das Zusammenspiel zwischen den nationalen und den zwischenstaatlichen Normen fand ich sehr spannend.

Gab es auch Momente, in denen Sie mit dieser Spezialisierung gehadert haben?

Jede Spezialisierung schränkt den Horizont ein. Das internationale Steuerrecht beruht auf den nationalen Normen, welche ich folglich ebenfalls vertieft kennen sollte. Das kommt leider bei meiner Tätigkeit teilweise zu kurz.

Leben Sie für das Steuerrecht?

Meine spontane Reaktion ist: nein. Wenn ich aber dann überlege, wie viel Zeit ich fürs Steuerrecht aufwende, kommen mir Zweifel.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Leben und leben lassen.

Haben Sie eine (geheime) Leidenschaft (neben dem Steuerrecht)?

Ich fahre viel Velo. Mit dem Fahrtwind in den Ohren kann ich abschalten.

Was war Ihr Berufswunsch als Kind – und warum ist nichts daraus geworden?

Es gab deren viele. Zu erwähnen ist der Plan, Zahnarzt zu werden. Als Zahnarzt verdient man gut und ich hätte mir einen Porsche leisten können. Dieses Motiv hat schlussendlich für die effektive Berufswahl nicht gereicht.

Wenn Sie heute einem Kind begegnen würden, das Zahnarzt werden will, um sich einen Porsche leisten zu können: Was würden Sie ihm sagen?

Träumen kann man immer, aber möchtest Du wirklich einen Porsche?!

Was bringt Sie auf die Palme?

Unzuverlässigkeit, insbesondere bei der IT.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit? Haben Sie überhaupt welche?

Ich treibe regelmässig Sport, singe in einem Chor und gehe oft ins Konzert. Oft baue ich mir den Sport in den Arbeitstag ein, so lässt er sich am besten mit Arbeit und Familie kombinieren.

Sie haben also eine musikalische Ader. Kirchenchor oder Gospel? Klassische Konzerte oder Heavy Metal?

Ich höre vorwiegend klassische Musik. Auch der Chor, in dem ich singe, ist im klassischen Repertoire unterwegs. Ab und zu bin ich aber auch Jazz, Blues und selbst Heavy Metal nicht abgeneigt.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese oft mehrere Bücher parallel. Derzeit George Orwell, «1984», und Stefan Zweig, «Die Welt von Gestern».

Waren Sie gut in der Schule?

Nein. Ich habe den Knopf erst nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit aufgemacht.

Gibt es etwas, das Sie besonders nervt im Steuerbereich?

Der Versuch, gesellschaftliche Anliegen durch Steuernormen zu lösen. Diese komplizieren und bürokratisieren das Steuerrecht und erhöhen den Aufwand für alle, namentlich auch für die Verwaltung – worüber sich nicht selten die Initiatoren der Steuernormen wieder aufhalten.

Reden Sie von der Individualbesteuerung?

Nein, ich denke da mehr an die verschiedenen Abzüge, Ausnahmen etc. Es ist dagegen sinnvoll, das Steuersystem von Zeit zu Zeit grundlegend zu überdenken, wie das kürzlich bei der Individualbesteuerung der Fall war, und ich bin froh, dass die Schweiz zu solchen Vorhaben noch fähig ist.

Welchen Rat würden Sie Ihrem jüngeren Selbst geben?

Wähle die Ausbildung, die Dir Spass macht und Dich motiviert. Eine Justierung ist später jederzeit möglich.

Haben Sie schon einmal so richtig Glück gehabt?

Glück in dem Sinn, dass ich durch Zufall etwas Schlimmem entkommen wäre, hatte ich bislang nicht, zumindest nicht bewusst. Dagegen hatte ich schon oft richtig Glück in dem Sinn, dass ich durch Zufall etwas Gutes erfahren konnte. Nicht zuletzt wäre da der berufliche Werdegang zu erwähnen, der mich in eine sehr interessante und herausfordernde Position gebracht hat. Ich schätze mich daher insgesamt als glücklicher Mensch ein.