
Name: Stefan Piller
Beruf/Position: dipl. Steuerexperte, Partner, Leiter Steuern & Recht Region Zürich-Ostschweiz bei BDO AG
Familie: verheiratet, zwei Kinder (7 und 10), ein Hund und ein Pferd
Hobbys: neben Familie: Velo, Krafttraining, Musik und lesen
Leben Sie für das Steuerrecht?
Nein, aber ich lebe vom und mit dem Steuerrecht.
Haben Sie ein Lebensmotto?
Behandle deine Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Das ist keine komplizierte Managementtheorie, aber für mich bis heute eine der besten.
Haben Sie eine (geheime) Leidenschaft (neben dem Steuerrecht)?
Geheim ist diese Leidenschaft nicht, aber ich habe vor einigen Jahren meine frühere Begeisterung für (elektronische) Musik wiederentdeckt. Besonders faszinieren mich Tontechnik, Sounddesign und analoge Synthesizer. Dafür bleibt leider viel zu wenig Zeit. Wenn ich mich aber damit beschäftigen kann, tauche ich komplett ab. Das ist für mich eine der effektivsten Formen der Entspannung.
Was war Ihr Berufswunsch als Kind – und warum ist nichts daraus geworden?
Ich wollte lange entweder Polizist oder Computerspezialist werden. Polizist wurde ich nicht, weil meine Augen für den Militärdienst zu schlecht waren. Und den Weg zum Computerspezialisten habe ich damals nicht weiterverfolgt, weil das in meiner Jugend noch als ziemlich «nerdig» galt und alles andere als cool war. Jetzt bin ich Steuerberater … 😉 Diesen Entscheid bereue ich keine Sekunde. Jeder Tag ist anders, ich treffe spannende Menschen und lerne immer wieder neues dazu. Ich kann mir keinen besseren Beruf vorstellen.
Was bringt Sie auf die Palme?
Ich bin grundsätzlich ein sehr geduldiger und verständnisvoller Mensch. Was mich aber wirklich auf die Palme bringen kann, sind Menschen, die aufgrund ihrer Position oder ihres Titels meinen, über anderen zu stehen, und nicht jedem mit dem gleichen Respekt begegnen. Für mich hat jeder Mensch denselben Respekt verdient, unabhängig von Funktion, Herkunft oder Status. Und ja, ganz ehrlich: Es gibt auch die eine oder andere Steuerbehörde, die es gelegentlich schafft, meine Geduld auf die Probe zu stellen.
Wo liegt Ihr Sehnsuchtsziel?
In den Bergen, in der Weite, in der Natur.
Was macht einen erfolgreichen Steuerberater aus?
Die Fähigkeit, sich in die Position des Mandanten zu versetzen und ihn so zu beraten, als ginge es um die eigene Sache.
Was tun Sie in Ihrer Freizeit? Haben Sie überhaupt welche?
Ich habe tatsächlich etwas Freizeit, aber viel zu viele Interessen, um allem nachgehen zu können. Neben meiner Familie ist es mir wichtig, Zeit auf dem Velo zu verbringen, möglichst regelmässig Gewichte zu heben und mich ab und zu der Musik hinzugeben. Das gibt mir den nötigen Ausgleich zum Büroalltag.
Gibt es etwas, das Sie extrem nervt im Steuerbereich?
Die fortschreitende Akademisierung und Regulierungswut im Steuerbereich. Die Schweiz konnte lange mit einem pragmatischen, vernünftigen und wirtschaftsnahen Steuersystem punkten. Auch die Steuerbehörden waren oft lösungsorientiert, und viele Sachverhalte liessen sich mit gesundem Menschenverstand diskutieren.Das wird leider zunehmend schwieriger. Ich denke dabei nur schon an die Anforderungen im Bereich der Verrechnungspreise, auch für KMU. Das ist keine gute Entwicklung und da sollten wir gegensteuern.
Waren Sie gut in der Schule?
Nicht wirklich. Ich war eher fürs Arbeiten als für die Schule gemacht. Erst während meiner Fachausbildungen, insbesondere im Lehrgang zum Steuerexperten, habe ich mich richtig reingekniet. Das machte dann auch Spass, weil ich das Gelernte direkt mit meiner täglichen Arbeit verbinden und anwenden konnte.
Glauben Sie an eine höhere Macht?
Ja, klar. Ich glaube, die Natur mit ihrer Perfektion und Schönheit ist der beste Beweis dafür, dass es einen schöpfenden Gott gibt. Persönlich bekomme ich meine Kraft und Hoffnung aus dieser Quelle.
Welchen Rat würden Sie Ihrem jüngeren Selbst geben?
Take it easy und hab Geduld. Das Leben muss reifen; echte Qualität kommt meist erst mit den Jahren.
Was bringt Sie zum Lachen?
Situationskomik im Alltag. Und ich finde es schön, wenn man auch über sich selbst lachen kann.
Haben Sie schon einmal so richtig Glück gehabt? Was ist passiert?
Ich bin in der Schweiz geboren. Das ist doch eigentlich pures, unverdientes Glück.
Was macht Ihnen Angst?
Angst würde ich es nicht nennen, aber ich habe durchaus Respekt vor den kommenden Umwälzungen durch die künstliche Intelligenz. Nicht nur für uns im Steuerbereich, sondern ganz allgemein für die Menschheit. Arbeit gibt vielen Menschen neben Sinn auch Würde. Wenn KI schlussendlich vielen Menschen die Arbeit wegnimmt, kann dies auch ihre Würde beeinträchtigen. Die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft könnten erheblich sein.
