Zum Inhalt springen
Rezension: «Auf den Punkt: Die Stempelabgaben in zehn Stunden»

Rezension: «Auf den Punkt: Die Stempelabgaben in zehn Stunden»

Jaussi/Strobel: «Auf den Punkt: Die Stempelabgaben in zehn Stunden». Rezension von David Tschan

David Tschan

Partner, Interational Tax and Transaction Services, Ernst & Young, Zürich

Erschienen in folgender Publikation:

Rezension: «Auf den Punkt: Die Stempelabgaben in zehn Stunden»
Ausgabe
Seite(n)
440–441

Thomas Jaussi / Yves Strobel

Auf den Punkt:
Die Stempelabgaben in zehn Stunden

2026, 142 Seiten (broschiert)
CHF 48.–
Cosmos Verlag, Bern

Info und Bestellung:
www.cosmosverlag.ch

«Totgesagte leben länger!» – treffend eröffnen die Autoren ihr Werk «Die Stempelabgaben in zehn Stunden» mit dieser Feststellung. Obwohl die Stempelabgaben seit Jahren sowohl politisch als auch unter namhaften Steuerberatern (die Voten reichen von «gehört nebst der Verrechnungssteuer zur dark side of swiss taxation» bis hin zu «aus didaktischen Gründen sind wir gegen die Abschaffung») umstritten sind, gehören sie weiterhin zur steuerlichen Realität und verlangen nach wie vor eine fundierte und praxisnahe Aufarbeitung.

Wie schon beim Vorgänger «Die Verrechnungssteuer in zehn Stunden» verfolgen Thomas Jaussi und Yves Strobel konsequent das Ziel, komplexe Materie in kompakter Form zugänglich zu machen. Das Versprechen, sich die wesentlichen Grundlagen innerhalb von rund zehn Stunden anzueignen, orientiert sich am Pareto-Prinzip: klare Fokussierung auf das Wesentliche bei gleichzeitig hoher Praxisrelevanz. Nach meiner Einschätzung geht der Inhalt jedoch über die im Vorwort angekündigten 80% des relevanten Stempelabgabewissens hinaus.

So wird etwa der Erlass der Emissionsabgabe nach Art. 12 StG nicht nur sehr detailliert, sondern zugleich ausgesprochen verständlich erläutert. Hervorzuheben ist ferner die anschauliche Abgrenzung zwischen objektiven und subjektiven Ausnahmen von der Umsatzabgabe, die mithilfe eines Prüfungsschemas sowie anhand einzelner Fallbeispiele vorgenommen wird.

Der Aufbau des Buches ist klar und nachvollziehbar. Nach einer Einführung in Systematik und Rechtsgrundlagen werden die drei Teilbereiche der Stempelabgaben systematisch behandelt. Den Autoren gelingt es dabei, die überwiegend zivilrechtlich geprägten und teilweise technisch anmutenden Regelungen mithilfe anschaulicher Praxisbeispiele in einen gut verständlichen Kontext zu stellen. Die Leserinnen und Leser werden so befähigt, typische Fragestellungen zu erkennen und sachgerecht einzuordnen. Dies entspricht dem ausdrücklich formulierten Anspruch des Werkes, kein umfassendes Nachschlagewerk zu sein, sondern ein kompaktes Hilfsmittel für Ausbildung und Praxis.

Insgesamt ist «Die Stempelabgaben in zehn Stunden» eine sehr gelungene Fortsetzung der «auf den Punkt»-Reihe. Das Buch richtet sich in erster Linie an Studierende, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sowie Praktikerinnen und Praktiker, die sich effizient einen fundierten Überblick verschaffen möchten. Es überzeugt durch Klarheit, Praxisnähe und eine konsequente didaktische Reduktion auf das Wesentliche und eignet sich sowohl als Einstieg wie auch als kompakte Repetition.

Summa summarum halten Thomas Jaussi und Yves Strobel ihr Wort: Ihr Werk eröffnet einen effizienten Zugang zu einem weiterhin relevanten, wenn auch häufig unterschätzten Bereich des schweizerischen Steuerrechts.

David Tschan, Partner, Interational Tax and Transaction Services, Ernst & Young, Zürich