Herzliche Gratulation!

IFA-Preisträger: Ivo Graf, Subiksha Thirumamany, Nick Obrist (v. l. n. r.)
Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im schweizerischen nationalen und internationalen Steuerrecht: Vor diesem Hintergrund prämiert die Schweizerische Vereinigung für Steuerrecht (IFA Schweiz) grundsätzlich jährlich die drei besten Masterarbeiten, die im Rahmen eines juristischen oder ökonomischen Grundstudiums an einer Schweizer Universität zu einem steuer- oder finanzrechtlichen Thema eingereicht worden sind.
Prämiert wurden diesmal folgende drei Arbeiten, welche alle an der Universität St. Gallen eingereicht wurden: Die von Nick Obrist eingereichte Arbeit mit dem Titel «Die ‹Initiative für eine Zukunft› aus steuerrechtlicher Perspektive – Implikationen für Familienunternehmen» untersucht systematisch, wie eine Umsetzung der (letztlich in der Volksabstimmung abgelehnten) Initiative auf Gesetzesebene hätte aussehen können. Dabei geht er auch der Frage nach, inwiefern die von der Initiative geforderte Erbschafts- und Schenkungssteuer mit den verfassungsmässigen Prinzipien der Allgemeinheit der Besteuerung, der Eigentumsgarantie sowie dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu vereinbaren ist.
Ivo Graf hat eine Arbeit mit dem Titel «Die Steuerfolgen der Wiederausgabe eigener Kapitalanteile im Lichte des neuen Leitentscheides BGE 150 II 369» verfasst, welche den zweiten Platz belegt. Er analysiert darin die Implikationen des Bundesgerichtsurteils zu den Steuerfolgen des Verkaufs steuerlich nicht abgerechneter eigener Kapitalanteile mit dogmatischem Tiefgang und beschäftigt sich damit nicht zuletzt mit der Frage, ob der Verkauf solcher Anteile zur Bildung von Kapitaleinlagereserven berechtigt oder nicht. Er kommt dabei zu einem anderen Schluss als die ESTV, welche die Bildung von KER ablehnt.
Der erste Preis geht an Subiksha Thirumamany für ihre eingereichte Arbeit zum Thema «Der Untersuchungsgrundsatz im direktsteuerlichen Hinterziehungsverfahren – eine kritische Analyse». Sie untersucht dabei das Spannungsfeld zwischen der Kooperationspflicht im ordentlichen Veranlagungsverfahren und dem aus Art. 6 EMRK abgeleiteten Nemo-tenetur-Prinzip im Steuerstrafverfahren. Dabei kommt sie zum Schluss, dass der aus dem Veranlagungsverfahren stammende Untersuchungsgrundsatz im Hinterziehungsverfahren letztlich zum Papiertiger wird.
Die prämierten Arbeiten sind auf der Webseite der IFA Switzerland
(www.ifa-switzerland.ch) elektronisch abrufbar.
