Das Steuerrecht auf einen Blick

Verrechnungssteuer: Empfehlungen zu einer Reform (Bericht der Expertengruppe)

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Der Bundesrat liess sich an seiner Sitzung vom 8. März 2019 über den Bericht «Empfehlungen zu einer Reform der Verrechnungssteuer» der eingesetzten Expertengruppe informieren.

Dringlicher Handlungsbedarf

Primäre Ziele der Reform sind gemäss Bericht die Erhaltung und Stärkung des Sicherungszwecks sowie die Stärkung des Fremdkapitalmarkts.
Der Handlungsbedarf wird als dringlich klassifiziert und die Expertengruppe empfielt konkret u.a.:

  • Verzicht auf die Erhebung der Verrechnungssteuer bei Zinsanlagen von inländischen juristischen Personen und von ausländischen Anlegern
  • Indirekte Anlagen (Anlagefonds) sollen gleich behandelt werden wie die entsprechenden direkten Anlagen
  • Bei Privatpersonen mit Wohnsitz in der Schweiz soll die Verrechnungssteuer weiterhin erhoben werden, neu auch auf ausländischen Titeln, die bei einer Schweizer Zahlstelle (Bank) gehalten werden

Die Reform sei technisch so auszugestalten, dass ihre Umsetzung mit möglichst geringem administrativem Aufwand und möglichst geringen Abwicklungsrisiken verbunden ist. Die Expertengruppe hat dazu einen Vorschlag entwickelt, der auf einer jährlichen Erhebung der Steuer basiert.

Im Weiteren wird empfohlen, auch eine Stärkung des Eigenkapitalmarkts zu prüfen. Dazu könnte die Verrechnungssteuer auf Dividenden von derzeit 35% auf 15% reduziert werden.

Zahlstellenprinzip

Die u.a. empfohlene Stärkung des Fremdkapitalmarkts kann technisch mit einem teilweisen Wechsel zum Zahlstellenprinzip erreicht werden. Diesem Systemwechsel ist ein weiteres Kapitel des vorliegenden Berichts gewidmet.

Der Bericht findet sich auf der Website des Eidg. Finanzdepartements: https://www.efd.admin.ch/efd/de/home/dokumentation/berichte/berichte.html