Das Steuerrecht auf einen Blick

Steuervorlage 17 und Heiratsstrafe: Bundesrat verabschiedet Botschaften

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Steuervorlage 17 (SV17)

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 21. März 2018 die Botschaft zur SV17 verabschiedet. Er verzichtete u.a. darauf, einen Abzug für Eigenfinanzierung vorzuschlagen. Hintergrund ist, dass diese Massnahme im Rahmen der gescheiterten USR III stark kritisiert wurde. Stattdessen sollen folgende zentrale Massnahmen ein mehrheitsfähiges und ausgewogenes Paket bilden

Stattdessen sollen folgende zentrale Massnahmen ein mehrheitsfähiges und ausgewogenes Paket bilden:

  • Aufhebung der Regelungen für Statusgesellschaften
  • Obligatorische Einführung einer Patentbox auf kantonaler Ebene
  • Fakultative Einführung zusätzlicher Abzüge für Forschung und Entwicklung auf kantonaler Ebene
  • Erhöhung des Kantonsanteils an der direkten Bundessteuer von 17 auf 21,2 Prozent
  • Berücksichtigung der Städte und Gemeinden im Zusammenhang mit der Erhöhung des Kantonsanteils
  • Anpassungen im Finanzausgleich (neue Gewichtung der Unternehmensgewinne im Ressourcenausgleich und Einführung temporärer Ergänzungsbeiträge)
  • Einführung einer Entlastungsbegrenzung bei der Gewinnsteuer
  • Erhöhung der Dividendenbesteuerung beim Bund auf 70 Prozent, bei den Kantonen auf mindestens 70 Prozent
  • Erhöhung der Mindestvorgaben für Familienzulagen um 30 Franken

Läuft alles nach - dem ambitionierten - Plan, kann das Parlament die SV17 in der Herbstsession verabschieden. Wird kein Referendum ergriffen, könnten erste Massnahmen auf Anfang 2019 und der Hauptteil der Massnahmen ab 2020 in Kraft treten.

Bundesrat verabschiedet Botschaft zur Beseitigung der Heiratsstrafe

Die Heiratsstrafe bei der direkten Bundessteuer soll beseitigt werden. Das beantragt der Bundesrat in seiner Botschaft zur Ehepaarbesteuerung, die er an seiner Sitzung vom 21. März 2018 verabschiedet hat. Damit soll eine jahrzehntelange Kontroverse beendet und die verfassungswidrige Mehrbelastung der betroffenen Ehepaare aufgehoben werden. Die Vorlage führt zu jährlichen Mindereinnahmen bei der direkten Bundessteuer von rund 1,15 Milliarden Franken.