Das Steuerrecht auf einen Blick

Kanton Zürich: Rund dreimal so viele Selbstanzeigen wie im Vorjahr

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Selbstanzeige: Der Weg in die Steuerehrlichkeit

Der Kanton Zürich vermeldete kürzlich, dass sich im abgelaufenen Jahr 6150 Steuerpflichtige selbst angezeigt haben. Das sind fast dreimal so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2016 (damals waren es 2100 Eingaben). 3800 Eingaben konnten 2017 bereits bearbeitet und abgeschlossen werden. Hintergrund dieser enormen Zunahme an Selbstanzeigen ist der bevorstehende Start des grenzüberschreitenden Automatischen Informationsaustauschs (AIA).

Folgende Auffälligkeiten stellte das Steueramt fest:

  • Besonders gross war 2017 die Zahl der gemeldeten italienischen, portugiesischen und spanischen Liegenschaften, die häufig in Verbindung mit einem in der Schweiz ebenfalls nicht deklarierten Konto stehen. Ausländische Liegenschaften müssen im Gegensatz zu ausländischen Konten in der Schweiz zwar nicht versteuert, aber trotzdem in der Steuererklärung aufgeführt werden. Durch sie erhöht sich nämlich die Steuerbelastung auf dem hier steuerbaren Einkommen und Vermögen. Zahlreiche Selbstanzeigen gab es im vergangenen Jahr auch zu bisher nicht deklarierten Konten und weiteren Vermögenswerten aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein.
  • Der Durchschnittsertrag für die Staats- und die Gemeindesteuern sank gegenüber dem Vorjahr pro Fall von 36‘000 auf 22‘000 Franken. Dieser Betrag liegt deutlich unter den Höchstwerten von 2010 und 2013, als 60‘000 Franken erreicht worden waren. Bei der direkten Bundessteuer liegt der Durchschnittsertrag noch bei 5500 Franken pro Fall, verglichen mit 15‘000 Franken im Jahr 2010.
  • Unter den 3800 behandelten Fällen befanden sich vergangenes Jahr 40 juristische Personen.

Wie weiter?

Das Kantonale Steueramt rechnet für das neue Jahr weiterhin mit einem hohen Eingang von Selbstanzeigen. Die ersten AIA-Meldungen aus dem Ausland werden ab Oktober erwartet. Eine straflose Selbstanzeige ist gemäss der vom Steueramt des Kantons Zürich beschlossenen kulanten Auslegung des Steuergesetzes möglich, bis der zuständige Steuerkommissär beim Abgleich der ausländischen Angaben mit jenen in der Zürcher Steuererklärung auf eine Differenz stösst oder die Steuerhinterziehung anderweitig entdeckt wird.

Zu den Auswirkungen des AIA auf Selbstanzeigen sei an dieser Stelle auf folgende zwei Beiträge verwiesen: