{"id":3096,"date":"2020-04-01T12:06:12","date_gmt":"2020-04-01T10:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/steuerportal.ch\/?post_type=sht_proarticle&#038;p=3096"},"modified":"2020-04-02T02:13:09","modified_gmt":"2020-04-02T00:13:09","slug":"zum-hauptsteuerdomizil-juristischer-personen-im-interkantonalen-verhaeltnis","status":"publish","type":"sht_proarticle","link":"https:\/\/steuerportal.ch\/fr\/articles-specialises\/zum-hauptsteuerdomizil-juristischer-personen-im-interkantonalen-verhaeltnis\/","title":{"rendered":"Zum Hauptsteuerdomizil juristischer Personen im interkantonalen Verh\u00e4ltnis"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">1 Einleitung<\/h2><p>Juristische Personen sind gem&auml;ss Art.&nbsp;20 StHG kraft pers&ouml;nlicher Zugeh&ouml;rigkeit steuerpflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tats&auml;chliche Verwaltung im Kanton befindet. Trotz sinngem&auml;ss gleichem Wortlaut wie Art.&nbsp;50 DBG (vgl.&nbsp;2 hiernach) gilt im interkantonalen Verh&auml;ltnis betreffend die kantonalen Steuern juristischer Personen aufgrund langj&auml;hriger Praxis des Bundesgerichts der Grundsatz der Massgeblichkeit des statutarischen Sitzes. Einzig wenn diesem statutarischen Sitz bloss formale (fiktive) Bedeutung zukommt (sog. Briefkastendomizil), befindet sich das Hauptsteuerdomizil am Ort der wirklichen Leitung bzw. der tats&auml;chlichen Verwaltung. Diese einfache und praktikable L&ouml;sung wird auch nach dem definitiven Inkrafttreten von Art.&nbsp;20 StHG weitergef&uuml;hrt. Allein, das Urteil des Bundesgerichts 2C_627\/2017<sup><a data-fnq id=\"fnq1\" href=\"#fn1\">1<\/a><\/sup>&nbsp;stellt diese L&ouml;sung nun infrage, indem es apodiktisch festh&auml;lt: &laquo;Das Hauptsteuerdomizil des interkantonalen Steuerrechts liegt (&hellip;) immer und ausschliesslich am Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung&raquo;. Dieser h&ouml;chstrichterliche Dreierentscheid versteht sich freilich nicht als eigentliche Praxis&auml;nderung, sondern h&auml;lt daf&uuml;r, das Gericht sei &laquo;mindestens im Resultat nie vom Grundsatz abgewichen, (wonach) das Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person &auml;hnlich wie bei nat&uuml;rlichen Personen am tats&auml;chlichen Mittelpunkt ihres Eigenlebens&raquo; anzusiedeln sei. Dieses &uuml;berraschende Urteil ist im Folgenden kritisch zu w&uuml;rdigen. Dabei kommt man nicht darum herum, die verschiedenen staatlichen Ebenen auseinanderzuhalten.<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">2 Praxis zu Art.&nbsp;50 DBG im internationalen Verh&auml;ltnis<\/h2><p>Gem&auml;ss Art.&nbsp;50 DBG sind juristische Personen kraft pers&ouml;nlicher Zugeh&ouml;rigkeit steuerpflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tats&auml;chliche Verwaltung in der Schweiz befindet. Formal handelt es sich mithin um alternative Ankn&uuml;pfungen, indem die beiden Tatbestandsvarianten <em>prima vista<\/em> gleichwertig sind. Allein, die Ankn&uuml;pfung an die &laquo;tats&auml;chliche Verwaltung&raquo; kommt nur infrage, wenn eine Gesellschaft ihren &laquo;Sitz&raquo; im Ausland hat.<sup><a data-fnq id=\"fnq2\" href=\"#fn2\">2<\/a><\/sup> Damit haben diese vom Wortlaut her alternativen Ankn&uuml;pfungen in der Rechtswirklichkeit doch nicht denselben Stellenwert. Gleichwohl k&ouml;nnen auf diese Weise unbeschr&auml;nkte Steuerpflichten juristischer Personen in mehreren Staaten resultieren. Solche sog. Doppelans&auml;ssigkeiten sind aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen zu beseitigen, indem dem Ort der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsleitung der Vorrang zukommt.<sup><a data-fnq id=\"fnq3\" href=\"#fn3\">3<\/a><\/sup>&nbsp;So besehen ist verst&auml;ndlich, dass in der Literatur mit Blick auf Art.&nbsp;50 DBG mitunter dem &laquo;Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung&raquo; Priorit&auml;t einger&auml;umt wird.<sup><a data-fnq id=\"fnq4\" href=\"#fn4\">4<\/a><\/sup><\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">3 Praxis zu Art.&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 DBG im interkantonalen Verh&auml;ltnis<\/h2><p>F&uuml;r die direkte Bundessteuer ist im interkantonalen Verh&auml;ltnis trotz vergleichbarem Wortlaut von Art.&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 DBG wie Art.&nbsp;50 DBG (<em>prima vista<\/em> alternative Ankn&uuml;pfung) jedoch grunds&auml;tzlich der statutarische Sitz massgebend, soweit dieser nicht nur formelle Bedeutung hat.<sup><a data-fnq id=\"fnq5\" href=\"#fn5\">5<\/a><\/sup>&nbsp;Weil im konkreten Fall am statutarischen Sitz Gesch&auml;ftsr&auml;umlichkeiten und Telefonanschl&uuml;sse vorhanden waren und dort gewisse (allerdings unbedeutende) Lohnzahlungen an &Uuml;bersetzerinnen geleistet und auch Sitzungen abgehalten wurden, handelte es sich nicht um ein Briefkastendomizil, wiewohl die operative Leitung von einem anderen Ort aus erfolgte. Trotzdem verblieb der Veranlagungsort am Sitz der Gesellschaft.<sup><a data-fnq id=\"fnq6\" href=\"#fn6\">6<\/a><\/sup><\/p><p>Dieser namentlich aus Gr&uuml;nden der Praktikabilit&auml;t und der&nbsp;Veranlagungs&ouml;konomie gew&auml;hlten L&ouml;sung (der Sitz einer Kapitalgesellschaft ist dank dem Handelsregister aktenkundig, wogegen der Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung u.&#8239;U. erst aufgrund einl&auml;sslicher Untersuchungen feststeht) stimmt auch die Literatur &uuml;berwiegend zu.<sup><a data-fnq id=\"fnq7\" href=\"#fn7\">7<\/a><\/sup><\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">4 Praxis zu Art.&nbsp;20 StGH im interkantonalen Verh&auml;ltnis<\/h2><h3 class=\"wp-block-heading\">4.1 Bisherige Praxis<\/h3><p>Die einleitend aufgezeigte Praxis entspricht einmal der in den letzten Jahrzehnten                      publizierten Rechtsprechung des Bundesgerichts.<sup><a data-fnq id=\"fnq8\" href=\"#fn8\">8<\/a><\/sup>&nbsp;Diese h&ouml;chstrichterliche Judikatur, wonach grunds&auml;tzlich der statutarische Sitz (unter Vorbehalt von Briefkastendomizilen) das Hauptsteuerdomizil juristischer Personen im interkantonalen Verh&auml;ltnis bildet, wird von der nahezu einhelligen Lehre in diesem Sinne gedeutet.<sup><a data-fnq id=\"fnq9\" href=\"#fn9\">9<\/a><\/sup>&nbsp;Negativ bedeutet dies, dass dort, wo die T&auml;tigkeiten am statutarischen Sitz nicht nur reine Briefkastenfunktion haben, sondern gewisse weitergehende Aufgaben wahrgenommen werden, das Hauptsteuerdomizil selbst dann am Sitz anzusiedeln ist, wenn die Gesellschaft von einem andern Ort aus geleitet wird.<sup><a data-fnq id=\"fnq10\" href=\"#fn10\">10<\/a><\/sup>&nbsp;So besehen bildet der Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung nur eine subsidi&auml;re Ankn&uuml;pfung bzw. die Ausnahme gegen&uuml;ber der Ankn&uuml;pfung an den statutarischen Sitz.<sup><a data-fnq id=\"fnq11\" href=\"#fn11\">11<\/a><\/sup><\/p><p>Dieser Mehrheitsauffassung stehen drei Minderheitsmeinungen gegen&uuml;ber: <\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li>PETER ATHANAS bezieht sich in seiner Dissertation von 1988<sup><a data-fnq id=\"fnq12\" href=\"#fn12\">12<\/a><\/sup> auf&nbsp;LOCHER\/LOCHER<sup><a data-fnq id=\"fnq13\" href=\"#fn13\">13<\/a><\/sup>, wo es um die Zusammenfassung verschiedener nicht publizierter Urteile aus der ersten H&auml;lfte des vorigen Jahrhunderts geht. Dort war scheinbar auf den Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung abgestellt worden, obwohl am Sitz nicht nur ein Briefkasten vorhanden war.<sup><a data-fnq id=\"fnq14\" href=\"#fn14\">14<\/a><\/sup>&nbsp;Nach&nbsp;H&Ouml;HN\/M&Auml;USLI<sup><a data-fnq id=\"fnq15\" href=\"#fn15\">15<\/a><\/sup>&nbsp;ist dieses Zitat von&nbsp;ATHANAS allerdings nicht schl&uuml;ssig, weil es sich um die Zusammenfassung &auml;lterer Entscheide handelt, die reine Holdinggesellschaften betrafen, deren Sitze offenbar formelle Bedeutung                         hatten.&nbsp;HEILINGER\/MAUTE<sup><a data-fnq id=\"fnq16\" href=\"#fn16\">16<\/a><\/sup> weisen zu Recht darauf hin, dass diese bundesgerichtliche Praxis nach der Deutung von&nbsp;Athanas seither nicht mehr weitergef&uuml;hrt wurde.<\/li><li>REYMOND<sup><a data-fnq id=\"fnq17\" href=\"#fn17\">17<\/a><\/sup> bezieht sich auf zwei Bundesgerichtsurteile, n&auml;mlich BGE vom 3.&nbsp;Juli 1968<sup><a data-fnq id=\"fnq18\" href=\"#fn18\">18<\/a><\/sup>&nbsp;(in E.&nbsp;1 dieses italienischsprachigen Urteils wird die st&auml;ndige Praxis des Bundesgerichts gem&auml;ss Mehrheitsauffassung zusammengefasst) sowie auf BGE vom 21.&nbsp;September 1972<sup><a data-fnq id=\"fnq19\" href=\"#fn19\">19<\/a><\/sup>&nbsp;(konsultiert man diese Fundstelle, so st&ouml;sst man auf den Beitrag von&nbsp;Paschoud, der das besagte Willk&uuml;rurteil nur bespricht; danach k&ouml;nne im <em>innerkantonalen<\/em> Verh&auml;ltnis auf den Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung abgestellt werden, wenn dies nicht ausdr&uuml;cklich ausgeschlossen sei, selbst wenn es sich am statutarischen Sitz nicht nur um ein Briefkastendomizil handle).<\/li><li>OBERSON<sup><a data-fnq id=\"fnq20\" href=\"#fn20\">20<\/a><\/sup>&nbsp;bezieht sich nur ganz am Rande auf das interkantonale Steuerrecht.<\/li><\/ul><p>Zusammenfassend sind diese drei Minderheitsauffassungen, soweit sie sich &uuml;berhaupt auf das hier interessierende Problem beziehen, nicht geeignet, die Einsch&auml;tzung der Mehrheitsmeinung als unzutreffend erscheinen zu lassen.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">4.2 Neuste Praxis des Bundesgerichts<\/h3><p>Im eingangs zitierten Urteil 2C_627\/2018<sup><a data-fnq id=\"fnq21\" href=\"#fn21\">21<\/a><\/sup>&nbsp;(ebenso Urteil 2C_592\/2018 vom 1.&nbsp;Oktober 2019) nimmt das Bundesgericht wie erw&auml;hnt eine &uuml;berraschende &laquo;Neuorientierung&raquo; vor. Zwar zitiert das Gericht ebenso einen Grossteil der oben angegebenen Literatur, welche die weit &uuml;berwiegende Mehrheitsauffassung vertritt, folgt dann aber erstaunlicherweise den drei abweichenden Minderheitsmeinungen (vgl.&nbsp;4.1 hiervor). Das Gericht h&auml;lt wie erw&auml;hnt daf&uuml;r, es sei mindestens vom Resultat her nie vom Grundsatz abgewichen, den es bereits im Leitentscheid vom 27.&nbsp;Juni 1919 in Sachen Aktiengesellschaft Columbus (BGE&nbsp;45 I&nbsp;190&nbsp;ff., 204) aufgestellt habe. Danach liege &laquo;das Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person &auml;hnlich wie bei nat&uuml;rlichen Personen am tats&auml;chlichen Mittelpunkt ihres Eigenlebens&raquo; (E.&nbsp;2.3.6). Allein, man bekundet M&uuml;he, in diesem vor hundert Jahren ergangenen Urteil die Wiege der hier vorgenommenen &laquo;Neuorientierung&raquo; zu erkennen. Es ist n&auml;mlich nicht ersichtlich, wie &laquo;eine Gesamtschau der Rechtsprechung zum Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (ergebe), dass das Bundesgericht das Hauptsteuerdomizil seit BGE&nbsp;45 I&nbsp;190 im Konfliktfall nur dann dem Sitzkanton zuerkannte, wenn die juristische Person tats&auml;chlich dort geleitet worden war&raquo; (E.&nbsp;2.3.6). Dies deshalb, weil es sich in diesem angeblichen Leitentscheid am statutarischen Sitz auch nur um ein Briefkastendomizil handelte und weil seither &ndash; von vereinzelten Ausnahmen abgesehen &ndash; der Sitzkanton nur dann leer ausgegangen war, wenn es sich dort um ein blosses Briefkastendomizil handelte. Wohl ergibt sich nicht aus allen Urteilen mit der w&uuml;nschenswerten Klarheit aus den Erw&auml;gungen (wohl aber aus der jeweiligen Sachverhaltsschilderung), dass nur ein Briefkastendomizil zur Diskussion stand. Zu den drei Autoren, die das Gericht zugunsten seiner Auffassung anf&uuml;hrt, wurde bereits unter 4.1 hiervor Stellung bezogen.<\/p><p>Zwar ist dem Bundesgericht beizupflichten, dass Art.&nbsp;20 StHG (wie auch Art.&nbsp;50 DBG) an sich den Sitz und die tats&auml;chliche Verwaltung als alternative Ankn&uuml;pfung f&uuml;r eine unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht kraft pers&ouml;nlicher Zugeh&ouml;rigkeit von juristischen Personen auff&uuml;hrt. Von daher w&auml;re &ndash; namentlich wenn der Blick noch auf das internationale Verh&auml;ltnis gerichtet wird &ndash; ein priorit&auml;res Abstellen auf die tats&auml;chliche Verwaltung einer juristischen Person an sich m&ouml;glich. Aber das Bundesgericht hielt auch nach dem Inkrafttreten der zitierten Bestimmungen mit guten Gr&uuml;nden an seinem bisherigen Kurs (vgl.&nbsp;4.1 hiervor) fest. Denn es sprechen gewichtige Gr&uuml;nde der Veranlagungs&ouml;konomie und der Praktikabilit&auml;t f&uuml;r diese L&ouml;sung. Oder mit den treffenden Worten von DE LE COURT: &laquo;En effet, d&eacute;terminer le si&egrave;ge est nettement plus simple, car inscrit au registre du commerce, que d&eacute;terminer le lieu de l&rsquo;adminstration effective, notion reposant sur des faits dont l&rsquo;autorit&eacute; fiscale n&rsquo;a le plus souvent pas connaissance&raquo;.<sup><a data-fnq id=\"fnq22\" href=\"#fn22\">22<\/a><\/sup><\/p><p>St&ouml;rend mag weiter sein, dass dem Aspekt der vertikalen Harmonisierung auf diese Weise keine Beachtung geschenkt wird. Freilich bestehen in dieser Hinsicht wesentliche Unterschiede zwischen internationalem und interkantonalem Verh&auml;ltnis. Die Verlegung des Sitzes einer juristischen Person ist in der kleinr&auml;umigen Schweiz viel einfacher vorzunehmen als im zwischenstaatlichen Kontext. Und im interkantonalen Verh&auml;ltnis werden diesbez&uuml;gliche Kompetenzkonflikte vielfach freundeidgen&ouml;ssisch bereinigt, ohne dass noch Gerichte eingeschaltet werden m&uuml;ssen. Denn ob ein Briefkastendomizil (vgl.&nbsp;5.2 hiernach) vorliegt oder nicht, kann relativ einfach anhand allf&auml;lliger Arbeits- oder Mietvertr&auml;ge bzw. weiterer Unterlagen &uuml;berpr&uuml;ft werden, wogegen die Lokalisierung des Orts der tats&auml;chlichen (operativen) Leitung (Verwaltung) eines Unternehmens viel heikler und vor allem aufw&auml;ndiger ist. Eine vertikale Harmonisierung w&auml;re daher in diesem Bereich nicht angebracht. <\/p><p>Ebenso wenig dr&auml;ngt sich eine Angleichung an die Praxis bei den nat&uuml;rlichen Personen auf. Bei diesen befindet sich das Hauptsteuerdomizil bekanntlich am &laquo;Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen&raquo;, und rein formellen Aspekten (Hinterlegung der Ausweisschriften, Aus&uuml;bung politischer Rechte etc.) kam bisher keine entscheidende Bedeutung zu.<sup><a data-fnq id=\"fnq23\" href=\"#fn23\">23<\/a><\/sup>&nbsp;Nach dem neuen Registerharmonisierungsgesetz<sup><a data-fnq id=\"fnq24\" href=\"#fn24\">24<\/a><\/sup>&nbsp;d&uuml;rfte jedoch der Stellenwert der &laquo;erforderlichen Dokumente&raquo; mehr Gewicht bekommen. Denn die Niederlassungsgemeinde wird in Art.&nbsp;3 Bst.&nbsp;b RHG neu definiert als &laquo;Gemeinde, in der sich eine Person in der Absicht dauernden Verbleibens aufh&auml;lt, um dort den                      Mittelpunkt ihres Lebens zu begr&uuml;nden, welcher f&uuml;r Dritte erkennbar sein muss; eine Person wird in derjenigen Gemeinde als niedergelassen betrachtet, in der sie das erforderliche Dokument hinterlegt hat, und kann nur eine Niederlassungsgemeinde haben&raquo;. Damit besteht auch da die Tendenz, vermehrt auf &laquo;registerrechtliche Kriterien&raquo; abzustellen, die einfach und praktikabel sind und auf welche die Verwaltung Zugriff hat. Noch offen ist, inwiefern diese neue Registerharmonisierung auch auf das Steuerrecht durchschlagen wird. So oder so ist der &laquo;Mittelpunkt der Lebensinteressen&raquo; bzw. &laquo;le centre des int&eacute;r&ecirc;ts personnels&raquo; einer nat&uuml;rlichen Person viel einfacher zu bestimmen als der &laquo;Mittelpunkt des Eigenlebens&raquo; einer juristischen Person, wo aus verschiedenen T&auml;tigkeitsbereichen bzw. F&uuml;hrungsebenen die operative Stufe herausgefiltert werden muss.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">4.3 Kritik an dieser &laquo;Neuorientierung&raquo;<\/h3><p>Zusammenfassend kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die angebliche &laquo;Gesamtschau der Rechtsprechung&raquo; in den Anf&auml;ngen des vorigen Jahrhunderts stehen geblieben ist, und die paar wenigen Literaturzitate, welche die h&ouml;chstrichterliche Auffassung st&uuml;tzen sollen, bei Licht besehen unbehilflich sind. Auf der anderen Seite distanziert sich der Entscheid zu Unrecht von dem in F&uuml;nferbesetzung zustande gekommenen Bundesgerichtsurteil 2A.196\/1996<sup><a data-fnq id=\"fnq25\" href=\"#fn25\">25<\/a><\/sup>, dem die Funktion eines &ndash; zwar nicht amtlich publizierten &ndash; Leitentscheids<sup><a data-fnq id=\"fnq26\" href=\"#fn26\">26<\/a><\/sup>&nbsp;beigemessen wird. Dieses Urteil gibt n&auml;mlich die einschl&auml;gige Praxis korrekt wieder und ist bestrebt, hinsichtlich des Veranlagungsorts juristischer Personen keine Diskrepanz zwischen kantonalen Steuern und direkter Bundessteuer entstehen zu lassen. Selbst wenn das hier interessierende Urteil es nicht wahrhaben will, &auml;ndert es effektiv die bisherige Praxis, indem es den bisherigen Grundsatz (Massgeblichkeit des statutarischen Sitzes) umkrempelt und den Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung als priorit&auml;r behandelt. Eine solche Praxis&auml;nderung m&uuml;sste aber klar bezeichnet werden und d&uuml;rfte wohl kaum durch ein nur in Dreierbesetzung gef&auml;lltes Urteil erfolgen. Kommt hinzu, dass bei den paar Urteilen, in denen im internationalen Verh&auml;ltnis an den Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung angekn&uuml;pft wurde (vgl.&nbsp;5.3 hiernach), in der Folge stets h&ouml;chst umstritten gewesen ist, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine solche Ankn&uuml;pfung effektiv gegeben waren. Bezeichnenderweise bezieht sich das Gericht im Folgeentscheid vom 7.&nbsp;Februar 2019<sup><a data-fnq id=\"fnq27\" href=\"#fn27\">27<\/a><\/sup>&nbsp;auf seine &laquo;Neuorientierung&raquo; gem&auml;ss Urteil 2C_627\/2018<sup><a data-fnq id=\"fnq28\" href=\"#fn28\">28<\/a><\/sup>&nbsp;zur Begr&uuml;ndung der Ankn&uuml;pfung am Ort der tats&auml;chlichen Leitung durchwegs auf nicht einschl&auml;gige Pr&auml;judizien. In den im Folgeentscheid zitierten Urteilen ging es n&auml;mlich entweder um fiktive Sitze<sup><a data-fnq id=\"fnq29\" href=\"#fn29\">29<\/a><\/sup>, um Urteile zum internationalen Verh&auml;ltnis (vgl.&nbsp;2 hiervor) oder um die Sicherung der direkten Bundessteuer (Urteil 2A_560\/2003).<\/p><p>Zwar d&uuml;rften F&auml;lle, wo bei einer juristischen Person an ihrem Sitz nicht nur ein Briefkasten vorliegt, sie aber gleichwohl von einem anderen Ort aus geleitet wird, relativ selten sein. Und nur bei solchen Konstellationen hat die &laquo;Neuausrichtung&raquo; &uuml;berhaupt praktische Bedeutung. Das &auml;ndert aber nichts daran, dass ein neuer Ansatzpunkt gelten soll, der zu Mehraufwand f&uuml;r die Verwaltung f&uuml;hren wird.<sup><a data-fnq id=\"fnq30\" href=\"#fn30\">30<\/a><\/sup>&nbsp;Liegt ausnahmsweise ein Fall vor, wo sich die &laquo;Neuausrichtung&raquo; praktisch auswirken w&uuml;rde, aber gleichwohl noch die bisherige Praxis befolgt wird, w&auml;re dies f&uuml;r den Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung nicht nachteilig; denn dort d&uuml;rfte regelm&auml;ssig eine Betriebsst&auml;tte vorliegen, sodass dieses sekund&auml;re Steuerdomizil ebenfalls am &laquo;Steuerkuchen&raquo; anteilsm&auml;ssig beteiligt w&auml;re.<\/p><p>Schliesslich ist die Aussage im Urteil verwirrend, eine juristische Person sei nach                      kantonalem Steuerrecht an ihrem Sitz unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig, selbst wenn sie dort nur einen Briefkasten unterhalte, &laquo;das Hauptsteuerdomizil des interkantonalen Steuerrechts (sei) hingegen immer und ausschliesslich am Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung&raquo;. Hauptsteuerdomizil und unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht lassen sich aber nicht auseinander dividieren.<sup><a data-fnq id=\"fnq31\" href=\"#fn31\">31<\/a><\/sup>&nbsp;Zudem wurde die Frage, was mit einer subjektiven Steuerpflicht geschieht, die durch das Kollisionsrecht zur&uuml;ckgedr&auml;ngt wird, schon vor Jahren abgehandelt.<sup><a data-fnq id=\"fnq32\" href=\"#fn32\">32<\/a><\/sup><\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">5 Charakterisierung von Sitz, Briefkastendomizil, tats&auml;chlicher Verwaltung<\/h2><h3 class=\"wp-block-heading\">5.1 Sitz<\/h3><p>&laquo;Der Sitz der juristischen Person befindet sich, wenn ihre Statuten es nicht anders bestimmen, an dem Orte, wo ihre Verwaltung gef&uuml;hrt wird&raquo; (Art.&nbsp;56 ZGB). Die juristischen Personen des OR sind von Gesetzes wegen verpflichtet, in ihren Statuten einen Sitz zu bestimmen, der in das Handelsregister einzutragen ist<sup><a data-fnq id=\"fnq33\" href=\"#fn33\">33<\/a><\/sup>; dieser ist auch steuerrechtlich massgebend.<sup><a data-fnq id=\"fnq34\" href=\"#fn34\">34<\/a><\/sup> Demgegen&uuml;ber verlangt das ZGB f&uuml;r Vereine und Stiftungen keine Bezeichnung eines Sitzes in den Statuten bzw. in der Stiftungsurkunde, weshalb Art.&nbsp;56 ZGB vor allem auf diese juristischen Personen zugeschnitten ist. In einem solchen Fall befindet ich der Sitz am Ort, wo die Verwaltung gef&uuml;hrt wird. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass alle schweizerischen juristischen Personen hier einen Sitz haben.<sup><a data-fnq id=\"fnq35\" href=\"#fn35\">35<\/a><\/sup><\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">5.2 Briefkastendomizil<\/h3><p>Der statutarische Sitz einer juristischen Person hat dann nicht nur formelle Bedeutung, solange sie an diesem Ort f&uuml;r ihren Gesch&auml;ftsbetrieb eine wesentliche Infrastruktur (B&uuml;ror&auml;umlichkeiten, Personal etc.) unterh&auml;lt.<sup><a data-fnq id=\"fnq36\" href=\"#fn36\">36<\/a><\/sup> Demgegen&uuml;ber liegt ein blosses Briefkastendomizil vor, wenn am statutarischen Sitz weder Personal noch B&uuml;ros (bzw. R&auml;umlichkeiten nur &laquo;<em>pro forma<\/em>&raquo;) oder andere Einrichtungen bestehen, Post und Telefonate umgeleitet werden bzw. eine beauftragte Person (Rechtsanwalt oder Treuh&auml;nder) ihre Gesch&auml;ftsadresse gegen eine bescheidene &laquo;Domizilgeb&uuml;hr&raquo; zur Verf&uuml;gung stellt.<sup><a data-fnq id=\"fnq37\" href=\"#fn37\">37<\/a><\/sup><\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">5.3 Tats&auml;chliche Verwaltung<\/h3><p>Der Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung &laquo;befindet sich dort, wo die F&auml;den der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung zusammenlaufen, die wesentlichen Unternehmungsentscheide fallen&raquo;.<sup><a data-fnq id=\"fnq38\" href=\"#fn38\">38<\/a><\/sup>&nbsp;Es ist dies sicher einmal der Ort der wirklichen Leitung im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art.&nbsp;127 Abs.&nbsp;3 BV.<sup><a data-fnq id=\"fnq39\" href=\"#fn39\">39<\/a><\/sup>&nbsp;Der Ort der Verwaltung einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft liegt in der Schweiz, wenn die f&uuml;r die laufende Gesch&auml;ftsleitung notwendigen Entscheide in der Schweiz gef&auml;llt werden.<sup><a data-fnq id=\"fnq40\" href=\"#fn40\">40<\/a><\/sup>&nbsp;&laquo;Der Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung liegt praxisgem&auml;ss dort, wo eine Gesellschaft ihren wirtschaftlichen und tats&auml;chlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die normalerweise am Sitz sich abspielende Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung besorgt wird. Massgebend ist somit die F&uuml;hrung der laufenden Gesch&auml;fte im Rahmen des Gesellschaftszweckes&raquo;; dabei ist die (operative) Gesch&auml;ftsleitung abzugrenzen &laquo;von der blossen administrativen Verwaltung einerseits und der T&auml;tigkeit der obersten Gesellschaftsorgane andererseits&raquo;.<sup><a data-fnq id=\"fnq41\" href=\"#fn41\">41<\/a><\/sup>&nbsp;&laquo;La d&eacute;termination du lieu de l&rsquo;administration effective s&rsquo;effectue &agrave; l&rsquo;aide d&rsquo;indices dont la r&eacute;sidence des organes directionnels de la soci&eacute;t&eacute;, le lieu o&ugrave; les op&eacute;rations de gestion s&rsquo;effectuent, voire celui o&ugrave; les documents sont conserv&eacute;s&raquo;.<sup><a data-fnq id=\"fnq42\" href=\"#fn42\">42<\/a><\/sup>&nbsp;Nicht entscheidend ist der Ort der Verwaltungsratssitzungen, der Generalversammlungen oder gar der Wohnsitz der Aktion&auml;re. &laquo;Lorsque cette activit&eacute; de direction courante est exerc&eacute;e en plusieurs endroits, est d&eacute;terminant celui o&ugrave; elle est d&eacute;ploy&eacute;e de mani&egrave;re pr&eacute;pond&eacute;rante, celui o&ugrave; se situe son centre de gravit&eacute;&raquo;&#8239;.<\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li>Im letztgenannten Urteil 2A.321\/2003 vom 4.&nbsp;Dezember 2003<sup><a data-fnq id=\"fnq43\" href=\"#fn43\">43<\/a><\/sup>&nbsp;wird erstmals das Hauptsteuerdomizil einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft (X.&nbsp;Corporation mit Sitz auf den British Virgin Islands, t&auml;tig im internationalen &Ouml;l- und Gashandel) kraft &laquo;tats&auml;chlicher Verwaltung&raquo; in der Schweiz angenommen; das Urteil wird aus methodischen Gr&uuml;nden<sup><a data-fnq id=\"fnq44\" href=\"#fn44\">44<\/a><\/sup> sowie aus steuerpolitischen &Uuml;berlegungen<sup><a data-fnq id=\"fnq45\" href=\"#fn45\">45<\/a><\/sup>&nbsp;kritisiert.<\/li><li>Im Urteil 2C_1086, 1087\/2012 vom 16.&nbsp;Mai 2013<sup><a data-fnq id=\"fnq46\" href=\"#fn46\">46<\/a><\/sup> geht es um eine X.&nbsp;Ltd. mit Sitz in Guernsey, die von einer in Zug ans&auml;ssigen Y.&nbsp;Holding&nbsp;AG gehalten wurde und die haupts&auml;chlich Konzerngesellschaften finanzierte; an diesem Entscheid wird bem&auml;ngelt, mit der Annahme einer &laquo;tats&auml;chlichen Verwaltung&raquo; in der Schweiz bei der Y.&nbsp;Holding&nbsp;AG werde u.&#8239;a. die Funktionsweise eines Konzerns verkannt.<sup><a data-fnq id=\"fnq47\" href=\"#fn47\">47<\/a><\/sup><\/li><li>Das Urteil des VGE ZH vom 2.&nbsp;April 2014 (SB.2013.00037, SB.2013.00038) handelt von einer steuerpflichtigen Person C. mit Wohnsitz in Z&uuml;rich, die einen Trust in Jersey errichtet und die A.&nbsp;Ltd. als Trustee und Verm&ouml;gensverwalterin mit Sitz in Jersey eingesetzt hatte; der tats&auml;chliche Zweck der A.&nbsp;Ltd. bestand in der Verheimlichung von in der Schweiz nicht deklariertem Verm&ouml;gen; u.&#8239;a. aufgrund der massiven Einflussnahme von C. auf die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der ausl&auml;ndischen Gesellschaft wurde die &laquo;tats&auml;chliche Verwaltung&raquo; bei C. in Z&uuml;rich angenommen. Auch dieses Urteil vermag nicht restlos zu &uuml;berzeugen.<sup><a data-fnq id=\"fnq48\" href=\"#fn48\">48<\/a><\/sup><\/li><li>Bei einem Softwareunternehmen h&auml;lt sich der meist b&uuml;roextern t&auml;tige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nur sporadisch am Orte der rudiment&auml;ren Infrastruktur mit einem B&uuml;ro von 9&nbsp;m<sup>2<\/sup> Fl&auml;che (im F&uuml;rstentum Liechtenstein) auf, weshalb auf den Ort der tats&auml;chlichen Verwaltung am Wohnort des einzigen Verwaltungsrats und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers abgestellt wurde.<sup><a data-fnq id=\"fnq49\" href=\"#fn49\">49<\/a><\/sup><\/li><li>Im Urteil 2C_958\/2016 vom 2.&nbsp;August 2018<sup><a data-fnq id=\"fnq50\" href=\"#fn50\">50<\/a><\/sup>&nbsp;geht es um eine A.&nbsp;Ltd. mit Sitz in Guernsey, die eine Gruppengesellschaft der B.&nbsp;Group mit &uuml;ber vierzig Gesellschaften in diversen L&auml;ndern ist; Muttergesellschaft ist die B.&nbsp;A. mit Sitz in der Schweiz. Hier ging man gleichfalls von einem Ort der &laquo;tats&auml;chlichen Leitung&raquo; der A.&nbsp;Ltd. in der Schweiz aus, wobei vor Bundesgericht nicht diese Frage, sondern verfahrensrechtliche Aspekte Streitgegenstand bildeten.<\/li><li>Im Urteil der CDT vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2019<sup><a data-fnq id=\"fnq51\" href=\"#fn51\">51<\/a><\/sup>&nbsp;geht es um eine AG mit Sitz in Estland, die Tochter einer Tessiner Gesellschaft im Bereich der Unternehmensberatung ist. Sie verf&uuml;gt an ihrem Sitz weder &uuml;ber eine Infrastruktur noch &uuml;ber Personal, und ihre Beratungsfunktion &uuml;bt sie von den B&uuml;ros der Schweizer Muttergesellschaft im Tessin aus. Sie wurde deshalb tats&auml;chlich vom Tessin aus geleitet und unterlag hier der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht, was im Einklang mit dem DBA-EST steht.<\/li><\/ul><h2 class=\"wp-block-heading\">6 Schlussbemerkung<\/h2><p>Der Autor des vorliegenden Beitrags verfolgt die bundesgerichtliche Praxis zum interkantonalen Steuerrecht in den letzten dreissig Jahren sehr aufmerksam im Rahmen der jeweiligen Aktualisierungen der Praxissammlung zum Doppelbesteuerungsrecht. Von einer Falschinterpretation der bisherigen Judikatur durch die praktisch einhellige Lehre, welche die nun vorliegende h&ouml;chstrichterliche &laquo;Gesamtschau der Rechtsprechung&raquo; angeblich offenlegt, kann keine Rede sein. Das Gericht beachtet zu wenig, f&uuml;r welche staatliche Ebene ein bestimmtes Pr&auml;judiz ergangen ist und ob einem Urteil bez&uuml;glich Sachverhalt ein &laquo;Briefkastenfall&raquo; zugrunde liegt oder nicht. Zudem ist nicht nachvollziehbar, dass zwar die diesbez&uuml;glich praktisch einhellige Literatur ausgiebig zitiert wird, man sich dann aber letztlich auf drei abweichende Lehrmeinungen st&uuml;tzt, die genau betrachtet gar nicht einschl&auml;gig sind. Das interkantonale Steuerrecht bildet anerkanntermassen eine besondere Art von Richterrecht.[52]]&nbsp;In diesem Bereich hat n&auml;mlich die bundesgerichtliche Rechtsprechung &laquo;anstelle des Gesetzgebers ein umfassendes Regelwerk geschaffen, das allseits als gesetzes&auml;quivalent betrachtet wird&raquo;.<sup><a data-fnq id=\"fnq53\" href=\"#fn53\">53<\/a><\/sup>&nbsp;Dieses Richterrecht wird anerkennend als &laquo;ausgewogen und gerecht&raquo;<sup><a data-fnq id=\"fnq54\" href=\"#fn54\">54<\/a><\/sup>&nbsp;bezeichnet und stellt einen &laquo;kunstvollen Komplex von Rechtsnormen&raquo;<sup><a data-fnq id=\"fnq55\" href=\"#fn55\">55<\/a><\/sup>&nbsp;dar. Diese bald hundertf&uuml;nfzigj&auml;hrige Rechtsprechung zum interkantonalen Doppelbesteuerungsverbot darf nur nach &auml;usserst sorgf&auml;ltiger Analyse der bisherigen Praxis und unter Einbezug differenzierter Folgeerw&auml;gungen fortentwickelt werden. Denn jedes Urteil muss sich problemlos in das bisherige Regelwerk einf&uuml;gen lassen. &laquo;Kuckuckseier&raquo; im Sinne des erw&auml;hnten Urteils vertr&auml;gt das interkantonale Steuerrecht nicht.<\/p><div class=\"wp-block-sht-footnotes b-footnotes\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fussnoten<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"fn1\" class=\"b-footnote\">BGer 2C_627\/2017 vom 1.2.2019 = StR 2019, 286&nbsp;ff. = StE 2019 B&nbsp;71.31 Nr.&nbsp;4 = Locher\/Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III.&nbsp;Teil: Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, 5 B&auml;nde, Basel 2019, &sect;&nbsp;4 I&nbsp;B Nr.&nbsp;26. [korrigierte Fussnote]<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn2\" class=\"b-footnote\">Botschaft vom 25.5.1983 zu Bundesgesetzen &uuml;ber\ndie Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden sowie &uuml;ber\ndie direkte Bundessteuer (Botschaft &uuml;ber die Steuerharmonisierung), BBl&nbsp;1983&nbsp;III\n1&nbsp;ff.,\n186; vgl. auch BGer 2A.321\/2003 vom 4.12.2003, E.&nbsp;3.1 = ASA&nbsp;75 (2006\/2007), 294&nbsp;ff., 299&nbsp;. = StE&nbsp;2005 B&nbsp;71.31 Nr.&nbsp;1 (in: StR&nbsp;2004, 524&nbsp;ff. nicht publ.): &laquo;Ce second rattachement alternatif ne concerne que les\nsoci&eacute;t&eacute;s\nayant leur si&egrave;ge\n&agrave; l&rsquo;&eacute;tranger&raquo;;\nvgl. auch BGer 2A.196\/1996 vom 13.5.2002, E.&nbsp;2.4 = ASA&nbsp;72 (2003\/2004), 304&nbsp;ff., 307&nbsp;= StE&nbsp;2005 B&nbsp;71.31 Nr.&nbsp;1 = RDAF&nbsp;59&nbsp;II, 452&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn3\" class=\"b-footnote\">Daniel De\nVries Reilingh, Manuel de droit fiscal international, 2.&nbsp;Auflage, Bern 2014, 97; Locher\/Marantelli\/Opel, Einf&uuml;hrung\nin das internationale Steuerrecht der Schweiz, 4.&nbsp;Auflage, Bern 2019, &sect;&nbsp;3 C.1.; Peter M&auml;usli, Die Ans&auml;ssigkeit von Gesellschaften im internationalen\nSteuerrecht, St. Gallen 1993, 379&nbsp;ff.; Xavier Oberson, Pr&eacute;cis de droit fiscal\ninternational, 4.&nbsp;Auflage,\nBasel 2012, 113&nbsp;f.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn4\" class=\"b-footnote\">Oberson, (Fn.&nbsp;3), 64;\nXavier Oberson, Droit fiscal suisse, 4.&nbsp;Auflage, Bern 2014, 213; Jacques-Andr&eacute;\nReymond, L&rsquo;assujettissement\ndes personnes morales, ASA&nbsp;61 (1992\/1993), 345&nbsp;ff., 348.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn5\" class=\"b-footnote\">BGer 2A.196\/2001 vom 13.5.2002, E.&nbsp;3.2 = ASA&nbsp;72\n(2003\/2004), 304&nbsp;ff.,\n308&nbsp;f.\n= StE 2002 B&nbsp;91.3\nNr.&nbsp;3\n= RDAF&nbsp;59&nbsp;II,\n452&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn6\" class=\"b-footnote\">BGer 2A.196\/2001 vom 13.5.2002, E.&nbsp;3.4 = ASA&nbsp;72\n(2003\/2004), 304&nbsp;ff.,\n309 = StE&nbsp;2002\nB&nbsp;91.3\nNr.&nbsp;3\n= RDAF&nbsp;59&nbsp;II,\n452&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn7\" class=\"b-footnote\">Blumenstein\/Locher, System des schweizerischen Steuerrechts,\n7.&nbsp;Auflage,\nZ&uuml;rich\n2016, 77; Heilinger\/Maute, Der Begriff der tats&auml;chlichen Verwaltung im interkantonalen und\ninternationalen Verh&auml;ltnis\nbei den direkten Steuern, StR&nbsp;2008, 742&nbsp;ff., 748; H&ouml;hn\/Waldburger, Steuerrecht, Band&nbsp;I, 9.&nbsp;Auflage,\nBern 2002, 412; Heinrich Jud, Die Bestimmung des Steuersitzes juristischer\nPersonen anhand der j&uuml;ngeren\nZ&uuml;rcher\nPraxis, ZStP&nbsp;1992,\n145&nbsp;ff.,\n148&nbsp;f.;\nGuido Jud, in: Martin Zweifel\/Michael Beusch (Hrsg.), Kommentar zum\nSchweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz &uuml;ber die direkte Bundessteuer, 3.&nbsp;Auflage, Basel\n2017, Art.&nbsp;105&nbsp;N\n15&nbsp;f.;\nM&auml;usli,\n(Fn.&nbsp;3),\n46&nbsp;ff.;\nPaschoud\/Gani, in: Yves No&euml;l\/Florence Aubry Girardin (Hrsg.), Imp&ocirc;t f&eacute;d&eacute;ral\ndirect, Commentaire Romand LIFD, 2.&nbsp;Auflage, Basel 2017, Art.&nbsp;50 N&nbsp;5;\nAndrea Pedroli, in: Yves No&euml;l\/Florence Aubry Girardin (Hrsg.), Imp&ocirc;t f&eacute;d&eacute;ral\ndirect, Commentaire Romand LIFD, 2.&nbsp;Auflage, Basel 2017, Art.&nbsp;105 N&nbsp;7;\nRichner\/Frei\/Kaufmann\/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3.&nbsp;Auflage, Z&uuml;rich\n2016, Art.&nbsp;50\nN&nbsp;5\nbzw. Art.&nbsp;105\nN&nbsp;24;\nZweifel\/Hunziker, in: Martin Zweifel\/Michael Beusch\/Ren&eacute; Matteotti (Hrsg.),\nKommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, Basel\n2015, Art.&nbsp;4\nN&nbsp;68.&nbsp;A.&nbsp;M.\nsoweit ersichtlich nur die in Fn.&nbsp;4 hiervor angegebene Literatur.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn8\" class=\"b-footnote\">Locher\/Locher, (Fn. 1), &sect;&nbsp;4 I&nbsp;A bzw. B.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn9\" class=\"b-footnote\">Blumenstein\/Locher, (Fn.&nbsp;7), 77; Sarah Dahinden, Die Abschirmwirkung ausl&auml;ndischer\nGesellschaften im schweizerischen Gewinnsteuerrecht, Z&uuml;rich 2003, 58&nbsp;f.;\nFr&eacute;d&eacute;ric\nDe Le Court, Administration et direction effectives, StR&nbsp;2016, 404&nbsp;ff.,\n407; Daniel De Vries Reilingh, La double imposition intercantonale, 2.&nbsp;Auflage,\nBern&nbsp;2013,\n130; Heilinger\/Maute, (Fn.&nbsp;7), StR&nbsp;2008, 742&nbsp;ff., 746&nbsp;ff.; Jud, (Fn.&nbsp;7), Art.&nbsp;105 N 15; Jud, (Fn. 7), ZStP 1992, 145 ff., 148 f.;\nMarcel R. Jung, Hauptsteuerdomizil juristischer Personen: International und\nInterkantonal, EF 2017, 169&nbsp;ff., 171; Peter Locher, Steuerharmonisierung und\ninterkantonales Steuerrecht, ASA&nbsp;65 (1996\/1997), 609&nbsp;ff., 627 bzw. Peter Locher, Steuerharmonisierung und\ninterkantonales Steuerrecht, in: Urs&nbsp;R. Behnisch\/Adriano Marantelli (Hrsg.), Beitr&auml;ge\nzur Methodik und zum System des schweizerischen Steuerrechts, Festschrift zum\n70.&nbsp;Geburtstag\nvon Peter Locher, Bern&nbsp;2014,\n45&nbsp;ff.,\n61; Peter Locher, Einf&uuml;hrung\nin das interkantonale Steuerrecht, 4.&nbsp;Auflage, Bern&nbsp;2015, 47; Wolfgang Maute, Ans&auml;ssigkeit von\njuristischen Personen: Sitz oder tats&auml;chliche Verwaltung, StR&nbsp;2005, 547&nbsp;ff., 547; Stefan Oesterhelt\/Susanne Schreiber, in:\nMartin Zweifel\/Michael Beusch, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,\nBundesgesetz &uuml;ber\ndie Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, Art.&nbsp;20\nN&nbsp;31;\nSt&eacute;phane\nRigo, Double imposition intercantonale des personnes morales, un risque?, TREX&nbsp;2012,\n356&nbsp;ff.,\n357; Ryser\/Rolli, Pr&eacute;cis\nde droit fiscal suisse (imp&ocirc;t directs), 4.&nbsp;Auflage, Bern&nbsp;2002, 36&nbsp;f.; Vallender\/Wiederkehr, in: Bernhard\nEhrenzeller\/Benjamin Schindler\/Rainer&nbsp;J. Schweizer\/Klaus&nbsp;A. Vallen-der (Hrsg.), Die schweizerische\nBundesverfassung, St.&nbsp;Galler\nKommentar, 3.&nbsp;Auflage,\nZ&uuml;rich\/St.\nGallen 2014, Art.&nbsp;127\nN&nbsp;90;\nZweifel\/Hunziker, in: Martin Zweifel\/Michael Beusch\/Peter M&auml;usli-Allenspach\n(Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Interkantonales\nSteuerrecht, Basel 2011, &sect;&nbsp;8 N&nbsp;2&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn10\" class=\"b-footnote\">Heilinger\/Maute, (Fn.&nbsp;7), StR&nbsp;2008, 742&nbsp;ff., 746; H&ouml;hn\/M&auml;usli, Interkantonales Steuerrecht, 4.&nbsp;Auflage,\nBern\/Stuttgart\/Wien 2000, 122.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn11\" class=\"b-footnote\">Dahinden, (Fn.&nbsp;9), 59; De Vries Reilingh, (Fn.&nbsp;9),\n131&nbsp;f.;\nHeilinger\/Maute, (Fn.&nbsp;7),\nStR&nbsp;2008,\n742&nbsp;ff.,\n746&nbsp;ff.;\nH&ouml;hn\/M&auml;usli,\n(Fn.&nbsp;10),\n122&nbsp;f.;\nLocher, (Fn.&nbsp;9),\nASA&nbsp;65\n(1996\/1997), 609&nbsp;ff.,\n627 bzw. Locher, (Fn.&nbsp;9),\nFS&nbsp;Locher,\n45&nbsp;ff.,\n61; Maute, (Fn.&nbsp;9),\nStR&nbsp;2005,\n547&nbsp;ff.,\n547; Oesterhelt\/Schreiber, (Fn.&nbsp;9), Art.&nbsp;20 N&nbsp;31; Ryser\/Rolli, (Fn.&nbsp;9), 36; Zweifel\/Hunziker, (Fn.&nbsp;9),\n&sect;&nbsp;8\nN&nbsp;5&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn12\" class=\"b-footnote\">Peter Athanas, Die Steuerausscheidung bei interkantonalen\nFabrikationsunternehmungen, St.&nbsp;Gallen&nbsp;1988, 13.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn13\" class=\"b-footnote\">Locher\/Locher, (Fn.&nbsp;1), &sect;&nbsp;4&nbsp;IB&nbsp;Nr.&nbsp;5.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn14\" class=\"b-footnote\">Darauf beziehen sich ebenso Athanas\/Widmer, in: Martin\nZweifel\/Peter Athanas (Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,\nBundesgesetz &uuml;ber\ndie Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, Basel&nbsp;1997,\nArt.&nbsp;20\nN&nbsp;39.\nIn Athanas\/Widmer, in: Martin Zweifel\/Peter Athanas (Hrsg.), Kommentar zum\nSchweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz &uuml;ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone\nund Gemeinden, 2.&nbsp;Auflage,\nBasel&nbsp;2002,\nArt.&nbsp;20\nN&nbsp;38\nfehlt jedoch bezeichnenderweise dieser Hinweis.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn15\" class=\"b-footnote\">H&ouml;hn\/M&auml;usli,\n(Fn.&nbsp;10),\n122&nbsp;Fn.&nbsp;8.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn16\" class=\"b-footnote\">Heilinger\/Maute, (Fn.&nbsp;7), StR&nbsp;2008, 742&nbsp;ff., 749 Fn.&nbsp;51.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn17\" class=\"b-footnote\">Reymond, (Fn.&nbsp;4), ASA&nbsp;61 (1992\/1993), 345&nbsp;ff., 348.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn18\" class=\"b-footnote\">= ASA&nbsp;68\n(1999\/2000), 149&nbsp;ff.\n= RDAF&nbsp;1969,\n113.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn19\" class=\"b-footnote\">= RDAF&nbsp;1975, 5.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn20\" class=\"b-footnote\">Vgl. Oberson, (Fn.&nbsp;4), 213.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn21\" class=\"b-footnote\">BGer 2C_627\/2018 vom 1.2.2019 = StR&nbsp;2019, 286&nbsp;ff.&nbsp;=\nStE&nbsp;2019\nB&nbsp;71.31\nNr.&nbsp;4\n= Locher\/Locher, (Fn.&nbsp;1),\n&sect;&nbsp;4\nI&nbsp;B\nNr.&nbsp;26.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn22\" class=\"b-footnote\">De Le Court,\n(Fn.&nbsp;9), StR&nbsp;2016, 404&nbsp;ff., 408. In\nBGer 2C_151\/2017 vom 16.12.2019, E.&nbsp;2.3.6 wird freilich beil&auml;ufig eine &laquo;Abkehr&raquo;\nvon diesem Urteil als w&uuml;nschbar erachtet (sic).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn23\" class=\"b-footnote\">Locher\/Locher, (Fn.&nbsp;1), &sect;&nbsp;3&nbsp;IA&nbsp;2d.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn24\" class=\"b-footnote\">Bundesgesetz vom 23.6.2006 &uuml;ber die Harmonisierung der Einwohnerregister und anderer\namtlicher Personenregister (Registerharmonisierungsgesetz, RHG, SR&nbsp;431.20).\nVgl. dazu Arnold Marti, Entwicklung und heutiger Stand des Einwohnerkontroll-\nund -meldewesens in der Schweiz &ndash; weitreichende Ver&auml;nderungen durch das Registerharmonisierungsgesetz, ZBl&nbsp;2019,\n591&nbsp;ff.,\n597&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn25\" class=\"b-footnote\">BGer&nbsp;2A.196\/1996\nvom 13.5.2002 = ASA&nbsp;72\n(2003\/2004), 304&nbsp;ff.&nbsp;= StE&nbsp;2005 B&nbsp;71.31 Nr.&nbsp;1&nbsp;= RDAF&nbsp;59&nbsp;II, 452.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn26\" class=\"b-footnote\">De Le Court,\n(Fn.&nbsp;9), StR&nbsp;2016, 404&nbsp;ff., 407: &laquo;leading case&raquo;.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn27\" class=\"b-footnote\">Locher\/Locher, (Fn.&nbsp;1), &sect;&nbsp;4&nbsp;IB, Nr.&nbsp;27.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn28\" class=\"b-footnote\">BGer&nbsp;2C_627\/2018\nvom 1.2.2019 = StR&nbsp;2019,\n286&nbsp;ff.\n= StE&nbsp;2019\nB&nbsp;71.31\nNr.&nbsp;4\n= Locher\/Locher, (Fn.&nbsp;1),\n&sect;&nbsp;4&nbsp;IB\nNr.&nbsp;26.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn29\" class=\"b-footnote\">Locher\/Locher, (Fn.&nbsp;1), &sect;&nbsp;4&nbsp;IB Nr.&nbsp;23 und 22.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn30\" class=\"b-footnote\">Demgegen&uuml;ber vermisst Stefan Oesterhelt, Aus der Rechtsprechung in\nden Jahren 2018\/2019 (Teil&nbsp;1), FStR&nbsp;2019, 163&nbsp;ff., 170, eine &laquo;wirkliche Begr&uuml;ndung&raquo; f&uuml;r die bisherige Praxis.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn31\" class=\"b-footnote\">De Vries Reilingh, (Fn.&nbsp;9), 130; Zweifel\/Hunziker, (Fn.&nbsp;9),\n&sect;&nbsp;5\nN&nbsp;4&nbsp;f.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn32\" class=\"b-footnote\">Peter Locher, Zur &laquo;negativen Wirkung&raquo; von Doppelbesteuerungsabkommen, in: Festgabe der\nRWW-Fakult&auml;t\nder Universit&auml;t\nBern zum schweizerischen Juristentag 1988, ZBJV&nbsp;1988, 365&nbsp;ff., 384&nbsp;ff. bzw. Peter Locher, Zur &laquo;negativen Wirkung&raquo;\nvon Doppelbesteuerungsabkommen, in: Urs&nbsp;R. Behnisch\/Adriano Marantelli (Hrsg.), Beitr&auml;ge\nzur Methodik und zum System des schweizerischen Steuerrechts, Festschrift zum\n70.&nbsp;Geburtstag\nvon Peter Locher, Bern&nbsp;2014,\n83&nbsp;ff.,\n97&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn33\" class=\"b-footnote\">Huguenin\/Reitze, in: Thomas Geiser\/Christiana Fountoulakis\n(Hrsg.), Zivilgesetzbuch I, Art. 1&ndash;456, 6.&nbsp;Auflage, Basel&nbsp;2018, Art.&nbsp;56 N&nbsp;6.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn34\" class=\"b-footnote\">M&auml;usli,\n(Fn.&nbsp;3),\n46&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn35\" class=\"b-footnote\">Huguenin\/Reitze, (Fn.&nbsp;33), Art.&nbsp;56 N&nbsp;4.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn36\" class=\"b-footnote\">BGer&nbsp;P.1428\/1980\nvom 22.6.1984 = StE&nbsp;1984\nA&nbsp;24.22\nNr.&nbsp;1.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn37\" class=\"b-footnote\">Vgl. Beispiele bei Locher\/Locher (Fn.&nbsp;1), &sect;&nbsp;4&nbsp;I&nbsp;B.\nVgl. auch JUD, (Fn.&nbsp;7),\nZStP&nbsp;1992,\n145&nbsp;ff.,\n149&nbsp;f.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn38\" class=\"b-footnote\">Botschaft &uuml;ber die Steuerharmonisierung, (Fn.&nbsp;2), 108.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn39\" class=\"b-footnote\">Locher\/Locher, (Fn.&nbsp;1), &sect;&nbsp;4&nbsp;I&nbsp;B.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn40\" class=\"b-footnote\">M&auml;usli,\n(Fn.&nbsp;3),\n82; vgl. auch Athanas\/Bauer-Balmelli, Begr&uuml;ndung und Aufgabe der Steuerpflicht, ST&nbsp;1993,\n311&nbsp;ff.,\n315; Athanas\/B&uuml;rgy,\nInl&auml;nderbegriff\nund unbeschr&auml;nkte\nSteuerpflicht juristischer Personen, FStR&nbsp;2003, 241&nbsp;ff., 242; Reymond, (Fn.&nbsp;4), ASA&nbsp;61\n(1992\/1993), 345&nbsp;ff.,\n348.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn41\" class=\"b-footnote\">BGer 2C_1086, 1087\/2012 vom 16.5.2013, E.&nbsp;2.2\n= StE&nbsp;2013\nB&nbsp;11.1\nNr.&nbsp;24\n= RDAF&nbsp;69&nbsp;II,\n500.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn42\" class=\"b-footnote\">BGer 2A.321\/2003 vom 4.12.2003, E.&nbsp;3.1 = ASA&nbsp;75\n[2006\/2007], 294&nbsp;ff.,\n299&nbsp;f.\n= StE&nbsp;2005\nB&nbsp;71.31\nNr.&nbsp;1\n(in: StR&nbsp;2004,\n524&nbsp;ff.\nnicht publ.), auch zum Folgenden.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn43\" class=\"b-footnote\">BGer 2A.321\/2003 vom 4.12.2003, E.&nbsp;3.1 = ASA&nbsp;75\n(2006\/2007), 294&nbsp;ff.,\n299&nbsp;f.\n= StR&nbsp;2004,\n524&nbsp;ff.\n= StE&nbsp;2005\nB&nbsp;71.31\nNr.&nbsp;1.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn44\" class=\"b-footnote\">Beat K&ouml;nig, BGer&nbsp;4.12.2003, 2A.321\/2003 = StE&nbsp;2005 B&nbsp;71.31\nNr.&nbsp;1\n= StR&nbsp;2004,\n524&nbsp;ff.\n(Entscheid der Vorinstanz: VGer&nbsp;GE 27.5.2003, ATA&nbsp;15&#8239;982 = StR&nbsp;2004, 439&nbsp;ff.), AJP&nbsp;2005, 487&nbsp;ff., 489&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn45\" class=\"b-footnote\">Widmer\/Moser, Schweizer Aussensteuerrecht BGE vom 4.12.2003 &ndash;\nVersch&auml;rfung\nder Rechtsprechung zur Einschaltung niedrig besteuerter Zwischengesellschaften,\nST&nbsp;2005,\n497&nbsp;ff.,\n499&nbsp;ff.;\na.&#8239;M.\nMarcel R. Jung, Hauptsteuerdomizil juristischer Personen: International und\nInterkantonal, EF&nbsp;2017,\n251&nbsp;ff.,\n253.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn46\" class=\"b-footnote\">BGer 2C_1086, 1087\/2012 vom 16.5.2013 = StE&nbsp;2013\nB&nbsp;11.1\nNr.&nbsp;24\n= RDAF&nbsp;69&nbsp;II,\n500&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn47\" class=\"b-footnote\">Jung, (Fn.&nbsp;45), EF&nbsp;2017, 251&nbsp;ff., 253&nbsp;f.; Huber\/Bartz\/Maeder, Blickpunkt international,\nStR&nbsp;2013,\n702&nbsp;ff.,\n707&nbsp;f.;\nStefan Oesterhelt, Steuerrechtliche Entwicklungen (insbesondere im Jahr 2013),\nSZW&nbsp;2014,\n86&nbsp;ff.,\n89&nbsp;f.;\nSimonek\/Von Ah, Unternehmenssteuerrecht &ndash; Entwicklungen 2013, Bern&nbsp;2014, 85&nbsp;ff., 118&nbsp;ff.; nur referierend Danon\/Obrist, La jurisprudence\nfiscale du Tribunal f&eacute;d&eacute;ral\nen 2013, RJN&nbsp;2013,\n53&nbsp;ff.,\n88&nbsp;f.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn48\" class=\"b-footnote\">Oliver Arter, Verwaltungsgericht des Kantons Z&uuml;rich,\n2.&nbsp;Abteilung\/2.&nbsp;Kammer,\nUrteil vom 2.4.2014 i.&#8239;S.\nA&nbsp;Ltd.&nbsp;v.&nbsp;Staat\nZ&uuml;rich\nund Schweizerische Eidgenossenschaft (SB.2013.00037, SB.2013.00038), AJP&nbsp;2014,\n1722&nbsp;ff.,\n1727; Marcel R. Jung, Private Offshore-Verm&ouml;gensverwaltungsgesellschaften, ST&nbsp;2014, 1158&nbsp;ff.,\n1161&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn49\" class=\"b-footnote\">BGer 2C_483, 484\/2016 vom 11.11.2016 = Locher\/Locher, (Fn. 1),\n&sect;&nbsp;4&nbsp;I&nbsp;B\nNr.&nbsp;24.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn50\" class=\"b-footnote\">BGer 2C_958\/2016 vom 2.8.2018 = StR 2018, 808&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn51\" class=\"b-footnote\">Urteil der CDT vom 25.3.2019 RtiD&nbsp;II 2019, 441&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn52\" class=\"b-footnote\">Hans Huber, Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht als\nRichterrecht, in: Festschrift f&uuml;r Irene Blumenstein: &uuml;berreicht zum 70.&nbsp;Geburtstag am 23.4.1966, Beilage zu ASA&nbsp;34\n(1965\/1966), 43&nbsp;ff.,\n58; M&auml;usli,\n(Fn.&nbsp;3),\n6&nbsp;ff.,\n&sect;&nbsp;2&nbsp;N\n3&nbsp;ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn53\" class=\"b-footnote\">Hansj&ouml;rg\nSeiler, Das Verh&auml;ltnis\nzwischen Richterrecht und formellem Gesetzgeber, LeGes&nbsp;2016, 357&nbsp;ff.,\n359 unter Bezugnahme auf De Vries Reilingh, (Fn.&nbsp;9), 30&nbsp;f.; Locher, Einf&uuml;hrung, (Fn.&nbsp;9), 3.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn54\" class=\"b-footnote\">Vallender\/Wiederkehr, (Fn.&nbsp;9), Art.&nbsp;127 N&nbsp;61 unter Bezugnahme auf Ernst H&ouml;hn,\nKommentar BV&nbsp;(1874),\nArt.&nbsp;46\nAbs.&nbsp;2\nN&nbsp;19.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn55\" class=\"b-footnote\">Locher, Einf&uuml;hrung, (Fn.&nbsp;9), 3.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Locher stellt in seiner Abhandlung zum Hauptsteuerdomizil juristischer Personen zuerst den Kontext her und w\u00fcrdigt anschliessend kritisch das Bundesgerichtsurteil 2C_627\/2017.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"authors":[{"ID":354,"display_name":"Peter Locher","first_name":"Peter","last_name":"Locher","description":"<p>Prof. em. 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