{"id":3050,"date":"2020-03-25T18:37:55","date_gmt":"2020-03-25T17:37:55","guid":{"rendered":"https:\/\/steuerportal.ch\/?post_type=sht_proarticle&#038;p=3050"},"modified":"2020-06-02T11:33:27","modified_gmt":"2020-06-02T09:33:27","slug":"bundesgericht-bger-1-2020","status":"publish","type":"sht_proarticle","link":"https:\/\/steuerportal.ch\/fr\/articles-specialises\/bundesgericht-bger-1-2020\/","title":{"rendered":"Bundesgericht (BGer) 1\/2020"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Urteil des Bundesgerichts 2C_515\/2019 vom 9.&nbsp;September 2019<\/h3><p><em><strong>Die EZV ist berechtigt, bei unklarem Sachverhalt eine Veranlagung der Einfuhrsteuer bzw. der Zollabgabe nach pflichtgem&auml;ssem Ermessen vorzunehmen. Die anzustellende Sch&auml;tzung ist detailliert und anhand der konkreten Umst&auml;nde des Einzelfalles vorzunehmen. Im vorliegenden Fall (Einfuhr von Pferden) sind diese Voraussetzungen erf&uuml;llt. Das Vorgehen der EZV ist nicht zu beanstanden, konnte sie sich doch zur Sch&auml;tzung auf ein Notizheft der steuerpflichtigen Person st&uuml;tzen, aus welchem die mutmasslichen Verkehrswerte der Pferde hervorgehen. <\/strong><\/em><\/p><h4 class=\"wp-block-heading\">Sachverhalt:                <\/h4><p>Im Zentrum steht die Einfuhr von f&uuml;nf Pferden (&laquo;P1&raquo; bis &laquo;P5&raquo;). Die Einfuhren erfolgten zwischen 2010 und 2015. Die EZV kam zur Auffassung, dass die Pferde teils in ein zollrechtlich unzutreffendes Verfahren &uuml;berf&uuml;hrt worden seien; zudem seien die Verkehrswerte f&uuml;r Zoll und Einfuhrsteuer zu niedrig angesetzt worden. Daher kam es zur Nachforderung von rund CHF&nbsp;75&#8239;000.&ndash;. Zu pr&uuml;fen ist, ob P2 und P3 bundesrechtskonform im&nbsp;<em>Verfahren der vor&uuml;bergehenden Verwendung (ZAVV)<\/em> ins Inland gelangt seien und ob der gesch&auml;tzte Verkehrswert &ndash; hinsichtlich P1 bis und mit P5 &ndash; willk&uuml;rfrei und bundesrechtskonform ermittelt worden sei. Die Einfuhr von P2 und P3 erfolgte am 18.&nbsp;November 2014, wobei die Pferde vom Springreiter X. ausgebildet werden sollten (und wurden). Das Bundesverwaltungsgericht wertet dies als Besitz (unter Abwesenden) im sachenrechtlichen Sinn, was das Verfahren ZAVV ausschliesst. Entsprechend seien die noch nicht erhobenen Zollabgaben zum&nbsp;<em>Ausserkontingentszollansatz (AKZA)<\/em> nachzuerheben.<\/p><p>Der Zollpflichtige erhebt beim Bundesgericht Beschwerde in &ouml;ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und von der Festsetzung einer Abgabenachforderung sei abzusehen. Die Begr&uuml;ndung geht im Wesentlichen dahin, er &ndash; der Abgabepflichtige &ndash; habe &laquo;wirre&raquo; Aufzeichnungen (in blauen Heften) gef&uuml;hrt, die zur Sch&auml;tzung des Verkehrswerts ungeeignet seien. Die Ermessensveranlagung sei nicht am Platz, das Ermessen sei rechtsfehlerhaft ausge&uuml;bt und die Verkehrswerte willk&uuml;rlich erhoben worden. Das Bundesgericht weist die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art.&nbsp;109 BGG ab.<\/p><h4 class=\"wp-block-heading\">Erw&auml;gungen:                <\/h4><p>In Anwendung von Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;4 MWSTG sch&auml;tzte die zust&auml;ndige Zollkreisdirektion f&uuml;r die f&uuml;nf Pferde in jedem einzelnen Fall ermessensweise einen betr&auml;chtlich h&ouml;heren Verkehrswert und forderte sie entsprechende Einfuhrsteuern im Gesamtbetrag von CHF&nbsp;54&#8239;291.05 nach. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Sch&auml;tzungen nach eingehender und sorgf&auml;ltiger &Uuml;berpr&uuml;fung in drei von f&uuml;nf F&auml;llen vollumf&auml;nglich best&auml;tigt, in den beiden restlichen F&auml;llen korrigiert und die erhobenen Steuernachforderungen entsprechend auf insgesamt CHF&nbsp;24&#8239;671.05 reduziert (E.&nbsp;4.1).<\/p><p>Das Bundesverwaltungsgericht kam zur Auffassung, dass es in allen F&auml;llen gerechtfertigt gewesen sei, eine Veranlagung nach pflichtgem&auml;ssem Ermessen vorzunehmen. Es hat festgehalten, dass im Fall von <em>drei Einfuhren jegliche Zollanmeldung unterblieben<\/em> und <em>bei zwei Pferden<\/em> das f&uuml;r den Abgabepflichtigen g&uuml;nstigere Zollverfahren der vor&uuml;bergehenden Verwendung (ZAVV) unrechtm&auml;ssig in Anspruch genommen worden sei. Aufgrund der verf&uuml;gbaren Indizien hatte die EZV demnach Anlass, eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf Verst&ouml;sse gegen die Zoll- sowie die Mehrwertsteuergesetzgebung zu er&ouml;ffnen und im Rahmen dieser Untersuchung beim Abgabepflichtigen eine <em>Hausdurchsuchung<\/em> vorzunehmen. Diese Durchsuchung f&ouml;rderte unbestrittenermassen ein Kassabuch (sog. blaues Buch) zutage, in das der Abgabepflichtige f&uuml;r s&auml;mtliche Pferde pr&auml;zise und verbindliche handschriftliche Notizen eingetragen hatte. Gest&uuml;tzt darauf, durfte die EZV teilweise deutlich h&ouml;here Verkehrswerte annehmen, wie die Vorinstanz f&uuml;r das Bundesgericht verbindlich festgestellt und bundesrechtskonform geurteilt hat (E.&nbsp;4.2.1). Gegen die Zul&auml;ssigkeit der Veranlagung nach pflichtgem&auml;ssem Ermessen wendet der Abgabepflichtige nichts Stichhaltiges ein (E.&nbsp;4.2.2).<\/p><p>Weiter hat das Bundesverwaltungsgericht die von der EZV vorgenommene und auf Beschwerde hin best&auml;tigte Veranlagung nach pflichtgem&auml;ssem Ermessen mit eingehender Begr&uuml;ndung sorgf&auml;ltig &uuml;berpr&uuml;ft, um Pferd f&uuml;r Pferd zu differenzierten und zu spezifischen Einzelergebnissen zu gelangen. Die Beurteilung des Bundesverwaltungsgerichts kann ohne weiteres best&auml;tigt werden, unter vollumf&auml;nglicher Verweisung auf seine Begr&uuml;ndung. Die Beschwerde in &ouml;ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist abzuweisen (E.&nbsp;4.3).<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Urteil des Bundesgerichts 2C_1127\/2018 vom 30.&nbsp;September 2019<\/h3><p>Eine Verzinsung der zu Unrecht von der EZV erhobenen Einfuhrsteuer kommt nur in Frage, sofern die steuerpflichtige Person nicht berechtigt ist, die Einfuhrsteuer sogleich und vollumf&auml;nglich als Vorsteuer von der ESTV zur&uuml;ckzuverlangen. Der Konzeption nach handelt es sich in diesem Fall &ndash; Erhebung der Einfuhrsteuer mit der M&ouml;glichkeit des anschliessenden Vorsteuerabzugs &ndash; um ein &laquo;Nullsummenspiel&raquo;. Dies steht der Verzinsung der entrichteten Einfuhrsteuer entgegen. Ebenso wenig besteht eine gesetzliche Grundlage, um einen Verg&uuml;tungszins auf dem von der EZV erhobenen Verzugszins zu verlangen.<\/p><h4 class=\"wp-block-heading\">Vorgeschichte:                <\/h4><p>Mit Verf&uuml;gung vom 23.&nbsp;Oktober 2014 verpflichtete die Zollkreisdirektion Basel die Steuerpflichtige zur Bezahlung nachtr&auml;glicher Einfuhrsteuern f&uuml;r den Zeitraum von Januar 2009 bis Juni 2014. Der Verf&uuml;gung war namentlich ein Schreiben der EZV vom 2.&nbsp;Oktober 2014 vorangegangen, worin diese die Einforderung noch nicht entrichteter Einfuhrsteuern von CHF&nbsp;100&#8239;285&#8239;399.40 und eines Verzugszinses von bis dahin CHF&nbsp;924&#8239;854.25 in Aussicht gestellt hatte. Die Steuerpflichtige &uuml;berwies die beiden Betr&auml;ge mit Valuta vom 21.&nbsp;Oktober 2014, wobei sie die Zahlung unter Vorbehalt der gerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung erbrachte. Aufgrund der Deklaration der &laquo;Nachsteuer&raquo; in der Quartalsabrechnung 03\/2014 wurde ihr diese&nbsp;<em>von der ESTV als Vorsteuer vollumf&auml;nglich erstattet<\/em>, was mit Valuta vom 21.&nbsp;Dezember 2014 geschah (die Steuerpflichtige verf&uuml;gt &uuml;ber eine hundertprozentige Vorsteuerabzugsberechtigung). Mit Entscheid vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2016 wies die EZV die an sie gerichtete Beschwerde ab, ebenso wie in der Folge das Bundesverwaltungsgericht (Entscheid A-2675\/2016 vom 25.&nbsp;Oktober 2016). Mit <em>Urteil 2C_1079\/2016 vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2017<\/em> hiess das Bundesgericht die Beschwerde der Steuerpflichtigen gut, hob es das angefochtene Urteil vom 25.&nbsp;Oktober 2016 auf und wies es die Sache im Sinne der Erw&auml;gungen an die EZV zur&uuml;ck (dazu die Besprechung in Zoll-Revue 2017, Heft&nbsp;2, S.&nbsp;34&nbsp;ff.). <\/p><h4 class=\"wp-block-heading\">Sachverhalt:                <\/h4><p>Mit Begehren vom 20.&nbsp;Juli 2017 machte die Steuerpflichtige bei der EZV f&uuml;r den Zeitraum vom 22.&nbsp;Oktober 2014 bis zum 21.&nbsp;Dezember 2014 auf den seitens der EZV zu Unrecht nacherhobenen Einfuhrsteuern Verg&uuml;tungszinsen geltend (zum Satz von 4,0%, ausmachend CHF&nbsp;668&#8239;569.35). Weiter verlangte sie f&uuml;r den Zeitraum vom 22.&nbsp;Oktober 2014 bis zum 7.&nbsp;Juni 2017 Verg&uuml;tungszinsen auf den seitens der EZV zu Unrecht eingeforderten Verzugszinsen (zum Satz von 4,0%, ausmachend CHF&nbsp;97&#8239;315.30). Die EZV wies die beiden Begehren mit Verf&uuml;gung vom 14.&nbsp;September 2017 ab. Dagegen gelangte die Steuerpflichtige an das Bundesverwaltungsgericht, dessen Abteilung&nbsp;I die Beschwerde mit Entscheid A-5863\/2017 vom 7.&nbsp;November 2018 abwies. In verfahrensrechtlicher Hinsicht hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, der nunmehr geltend gemachte Betrag von CHF&nbsp;10&#8239;541&#8239;109.85 (Verg&uuml;tungszins auf der nacherhobenen Einfuhrsteuer) liege ausserhalb des Streitgegenstandes, der durch das Rechtsbegehren bestimmt werde. Zu pr&uuml;fen sei die Beschwerde nur insoweit, als sie auf die Verg&uuml;tung der Zinsbetreffnisse von insgesamt CHF&nbsp;765&#8239;884.57 abziele. Die Zahlung vom 21.&nbsp;Oktober 2014 sei nicht &laquo;freiwillig&raquo; erfolgt. Massgebend seien nicht die Bestimmungen des Zollgesetzes bzw. der Zollverordnung, sondern der <em>speziellere Art.&nbsp;59 MWSTG<\/em>. Aufgrund des vorgenommenen Vorsteuerabzugs habe nie ein Anspruch auf R&uuml;ckerstattung der Einfuhrsteuern von CHF&nbsp;100&#8239;285&#8239;399.40 (Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 MWSTG) bestanden. Schon aus diesem Grund fehle ein Anspruch auf Verzinsung (Art.&nbsp;61 Abs.&nbsp;1 lit.&nbsp;a MWSTG). Ein Anspruch k&ouml;nnte sich vielmehr aus Art.&nbsp;88 Abs.&nbsp;4 MWSTG ergeben, wobei die 60-Tages-Frist mutmasslich eingehalten worden sei, was aber ohnehin ausserhalb des Streitgegenstandes liege. Zum beantragten Zins auf den Verzugszinsen von CHF&nbsp;924&#8239;854.25 fehle eine gesetzliche Grundlage.<\/p><p>Die Steuerpflichtige erhebt Beschwerde in &ouml;ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht und beantragt, auf der Steuerdifferenz von CHF&nbsp;100&#8239;285&#8239;399.40 sei ein Verg&uuml;tungszins von CHF&nbsp;10&#8239;541&#8239;109.85 (Hauptantrag, Eventual- und Subeventualantrag) und auf dem Verzugszins von CHF&nbsp;924&#8239;854.25 ein Verg&uuml;tungszins von CHF&nbsp;97&#8239;315.30 zuzusprechen. Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab.<\/p><h4 class=\"wp-block-heading\">Erw&auml;gungen:                                   <\/h4><p><em><strong>Zur Verzinsung der zu Unrecht erhobenen Einfuhrsteuer.<\/strong><\/em><\/p><p>Im Zusammenhang mit der R&uuml;ckerstattung einer zu viel erhobenen oder nicht geschuldeten Steuer nach Art.&nbsp;59 MWSTG bestimmt Art.&nbsp;61 Abs.&nbsp;1 lit.&nbsp;a MWSTG, dass ab dem 61.&nbsp;Tag nach Eintreffen der schriftlichen Geltendmachung des Anspruchs bei der EZV bis zur Auszahlung ein Verg&uuml;tungszins geschuldet ist. Der Verg&uuml;tungszinsanspruch nach Art.&nbsp;61 Abs.&nbsp;1 lit.&nbsp;a MWSTG ist akzessorisch zum Anspruch auf R&uuml;ckerstattung der Einfuhrsteuer nach Art.&nbsp;59 MWSTG; seine Entstehung setzt damit voraus, dass &uuml;berhaupt ein Anspruch auf Steuerr&uuml;ckerstattung bestanden hat. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang namentlich Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 MWSTG; nach dieser Bestimmung werden zu viel erhobene bzw. nicht geschuldete (&hellip;) Steuern nicht zur&uuml;ckerstattet, wenn der Importeur im Inland als steuerpflichtige Person eingetragen ist und die der EZV entrichtete Steuer als Vorsteuer nach Art.&nbsp;28 MWSTG abziehen kann (E.&nbsp;4.1).<\/p><p>Zwar mag es zutreffen, dass die Steuerpflichtige in der Abrechnung Q03\/2004 jedenfalls im Umfang von CHF&nbsp;100&#8239;285&#8239;399.40 keinen Vorsteuerabzug h&auml;tte geltend machen k&ouml;nnen, wenn die EZV im Oktober 2014 nicht zu Unrecht einen Einfuhrsteuerbetrag von CHF&nbsp;100&#8239;285&#8239;399.40 nachgefordert h&auml;tte. Gerade f&uuml;r solche Konstellationen soll Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 MWSTG jedoch verhindern, dass ein kompliziertes R&uuml;ckabwicklungsverh&auml;ltnis entsteht. Hinter dieser Norm steht der Gedanke, dass es sich f&uuml;r alle Beteiligten um ein &laquo;Nullsummenspiel&raquo; handelt, wenn die EZV als Teil der Zentralverwaltung der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu Unrecht Einfuhrsteuern erhebt, diese Einfuhrsteuern von der ESTV als weiterem Zweig der Zentralverwaltung in der Folge aber als Vorsteuer&uuml;berhang zur&uuml;ckverg&uuml;tet werden.&nbsp;<em>Der Mangel bei der Erhebung der Einfuhrsteuer wird durch die Zulassung des Vorsteuerabzugs durch die ESTV also gewissermassen &laquo;geheilt&raquo;<\/em>; eine R&uuml;ckabwicklung ist weder bei der EZV noch bei der ESTV erforderlich (E.&nbsp;4.3). Mithin kann die Steuerpflichtige schon deshalb keinen Anspruch auf Verg&uuml;tungszinsen nach Art.&nbsp;61 Abs.&nbsp;1 lit.&nbsp;a MWSTG geltend machen, weil sie mit Blick auf Art.&nbsp;59 Abs.&nbsp;2 MWSTG gar nie einen Anspruch auf R&uuml;ckerstattung zu Unrecht bezahlter Einfuhrsteuern hatte (E.&nbsp;4.4).<\/p><p><em><strong>Zur Verzinsung des zu Unrecht erhobenen Verzugszinses.<\/strong><\/em><\/p><p>Das MWSTG sieht nicht vor, dass auf Verzugszinsen, die zu Unrecht eingefordert worden sind, Verg&uuml;tungszinsen zu entrichten sind (vgl. Art.&nbsp;61 MWSTG). Die durch Analogieschluss begr&uuml;ndete Pflicht zur Entrichtung von Verg&uuml;tungszinsen beruht auf der Annahme, dass Steuerpflichtige bei versp&auml;teter Zahlung einer Steuerforderung Verzugszinsen schulden w&uuml;rden und sie deshalb umgekehrt auch Verg&uuml;tungszinsen beanspruchen k&ouml;nnen, wenn sie auf Verf&uuml;gung hin zur Vermeidung von Verzugszinsfolgen einen &uuml;berh&ouml;hten Steuerbetrag bezahlt haben. Wendet man diese Kriterien auf die vorliegende Konstellation an, sind die Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme einer Verg&uuml;tungszinspflicht aber nicht erf&uuml;llt: Anders als bei einer versp&auml;teten Zahlung der Einfuhrsteuer als solcher (vgl. Art.&nbsp;57                   Abs.&nbsp;1 MWSTG) <em>fallen f&uuml;r die versp&auml;tete Bezahlung des Verzugszinses nach der gesetzlichen Konzeption keine weiteren Zinsfolgen an<\/em>. Mit der Bezahlung der Einfuhrsteuer ist der Zinsenlauf endg&uuml;ltig gestoppt. Entsprechend fehlt es an der f&uuml;r die Annahme einer Verg&uuml;tungszinspflicht erforderlichen Zwangslage. Damit hat die EZV den zu Unrecht erhobenen Verzugszins nicht zu verzinsen (E.&nbsp;5.2). <\/p><p>MK<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rechtsprechung des Bundesgerichts (Ausgabe 1\/2020 der Zoll Revue). 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