{"id":3043,"date":"2020-03-25T19:25:21","date_gmt":"2020-03-25T18:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/steuerportal.ch\/?post_type=sht_proarticle&#038;p=3043"},"modified":"2020-06-02T15:54:01","modified_gmt":"2020-06-02T13:54:01","slug":"wann-gilt-die-zollschuld-als-erloschen","status":"publish","type":"sht_proarticle","link":"https:\/\/steuerportal.ch\/fr\/articles-specialises\/wann-gilt-die-zollschuld-als-erloschen\/","title":{"rendered":"Wann gilt die Zollschuld als erloschen?"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Maximale Sicherung der Zollforderung zu Lasten der Liquidit&auml;t des Zollschuldners <\/h3><p>Sachverhalte, f&uuml;r welche die Zollforderungen entstehen, sind im Zollgesetz geregelt. Kennen Sie auch die Bereiche, in denen die Zollforderungen nicht mehr existent sind? Ist die Zollschuld nur durch die Bezahlung abgegolten? Welche Sicherungsmassnahmen hat die Zollverwaltung?<\/p><p>Vorab als Grundsatz: Die Zollschuld ist die Verpflichtung, die von der EZV zu veranlagenden Zollabgaben zu bezahlen (Art.&nbsp;68 ZG). Beinhaltet die Zahlungsverpflichtung des Zollschuldners die Bezahlung der Zollabgaben?<\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">1 Was ist die Zollforderung und wie definiert sich deren Umfang?<\/h2><p>Die <strong>Zollforderung<\/strong> hat im ZG<sup><a data-fnq id=\"fnq1\" href=\"#fn1\">1<\/a><\/sup> keine Legaldefinition. Das ZG definiert lediglich den Begriff der <strong>Zollschuld<\/strong>. Die Zollschuld ist eine Verpflichtung, die von der Eidgen&ouml;ssischen Zollverwaltung (&laquo;EZV&raquo;) zu veranlagenden Zollabgaben zu bezahlen<sup><a data-fnq id=\"fnq2\" href=\"#fn2\">2<\/a><\/sup>. Der Begriff &lsaquo;Zollforderung&rsaquo; wird im ZG, wo es um die Regelung der Zollschuld geht, gar nicht erw&auml;hnt. Der Grund liegt darin, dass <strong>die Zollforderung nicht nur die Zollschuld, sondern auch weitere Forderungen<\/strong> (Geb&uuml;hren, Kosten, Zinsen) beinhalten kann<sup><a data-fnq id=\"fnq3\" href=\"#fn3\">3<\/a><\/sup>.<\/p><p>Das ZG regelt die <strong>Erhebung der Abgaben nach nichtzollrechtlichen Bundesgesetzen<\/strong> (z.&#8239;B. Mehrwertsteuergesetz, &laquo;MWSTG&raquo;), soweit die Erhebung der EZV obliegt<sup><a data-fnq id=\"fnq4\" href=\"#fn4\">4<\/a><\/sup>. F&uuml;r den Bezug der Einfuhrsteuer ist die EZV zust&auml;ndig<sup><a data-fnq id=\"fnq5\" href=\"#fn5\">5<\/a><\/sup>. Die <strong>Einfuhrsteuerschuld<\/strong> entsteht zur gleichen Zeit wie die Zollschuld<sup><a data-fnq id=\"fnq6\" href=\"#fn6\">6<\/a><\/sup>.<\/p><p><strong>Alle Waren<\/strong>, die ins Zollgebiet Schweiz eingef&uuml;hrt oder aus dem Zollgebiet der Schweiz ausgef&uuml;hrt werden, sind zollpflichtig, d. h., f&uuml;r sie ist die Zollpflicht zu erf&uuml;llen. Der Begriff der allgemeinen Zollpflicht wird in Art.&nbsp;1 des Zolltarifgesetzes (&laquo;ZTG&raquo;)<sup><a data-fnq id=\"fnq7\" href=\"#fn7\">7<\/a><\/sup> umschrieben. Er wird auch von der Rechtsprechung anerkannt: &laquo;Im schweizerischen Zollrecht (Art.&nbsp;1 ZTG) gilt der Grundsatz der allgemeinen Zollpflicht. Danach l&auml;sst jede Wareneinfuhr eine Zollforderung entstehen, es sei denn, Gesetz oder Staatsvertrag begr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich eine Ausnahme.&raquo;<sup><a data-fnq id=\"fnq8\" href=\"#fn8\">8<\/a><\/sup> Die Einfuhr ist ein&nbsp;<strong>Realakt<\/strong>, eine <strong>rein faktisch wirkende Rechtshandlung<\/strong>, welche eine Rechtsfolge &ndash; dass Waren in den zollrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hrt und durch den Realakt mithin zu inl&auml;ndischen Waren werden &ndash; unabh&auml;ngig vom Willen des Handelnden hervorruft. Selbst auf die Eigentumsverh&auml;ltnisse kommt es nicht an.                   Auch ein Dieb kann Ware einf&uuml;hren<sup><a data-fnq id=\"fnq9\" href=\"#fn9\">9<\/a><\/sup>.<\/p><p><em><strong>Beispiel:<\/strong> Die Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG importiert am 15.&nbsp;Januar 2013 Kirschen aus Giresun (T&uuml;rkei) in die Schweiz. Die Waren werden direkt aus der T&uuml;rkei in die Schweiz geliefert. Die importierten Waren sind zollpflichtig.&nbsp;Die Licinius Lucullus AG schuldet die Zollabgaben, welche der EZV zu bezahlen sind.<\/em><\/p><h2 class=\"wp-block-heading\">2 In welchen F&auml;llen gilt die Zollschuld im ZG als erloschen?<\/h2><p>Das ZG widmet dem Erl&ouml;schen der Zollschuld kein separates Kapitel; jedoch finden sich folgende Untergangsgr&uuml;nde der Zollschuld im Gesetz: Der Untergang der Verpflichtung, die von der Zollverwaltung zu veranlagenden Zollabgaben zu bezahlen, hat das Erl&ouml;schen der Zollschuld zur Folge und f&uuml;hrt &ndash; bei bis zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgter Zahlung &ndash; dazu, dass die Schuld auch vollstreckungsrechtlich nicht mehr durchgesetzt werden kann<sup><a data-fnq id=\"fnq10\" href=\"#fn10\">10<\/a><\/sup>.<\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Verj&auml;hrung: <\/h3><p>Nach den allgemeinen Grunds&auml;tzen (Art.&nbsp;75&nbsp;ff. ZG) verj&auml;hrt die Zollschuld <strong>f&uuml;nf Jahre<\/strong> nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie f&auml;llig geworden ist<sup><a data-fnq id=\"fnq11\" href=\"#fn11\">11<\/a><\/sup>. Die Zollschuld verj&auml;hrt in jedem Fall f&uuml;nfzehn Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie entstanden ist (absolute Verj&auml;hrungsfrist). Vorbehalten bleiben l&auml;ngere Verj&auml;hrungsfristen nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes &uuml;ber das Verwaltungsstrafrecht<sup><a data-fnq id=\"fnq12\" href=\"#fn12\">12<\/a><\/sup>.<\/p><p><em><strong>Beispiel:<\/strong> Sind die Einfuhren von der Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG verj&auml;hrt (per 31.&nbsp;Dezember 2018), d&uuml;rfen aus den Einfuhren resultierende Einfuhrabgaben nicht mehr veranlagt oder durchgesetzt werden.<\/em><\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Entrichtung des Abgabenbetrags (die Bezahlung): <\/h3><p>Die Zollschuld erlischt durch ihre Entrichtung. Die Zollschuld ist in amtlicher W&auml;hrung (in <strong>CHF<\/strong>) und &ndash;&nbsp;<strong>wenn nicht anders bestimmt<\/strong>&nbsp;&ndash;&nbsp;<strong>in bar<\/strong> zu bezahlen (Art.&nbsp;73 ZG). Die Zollschuld ist mit ihrer Entstehung f&auml;llig. Verf&uuml;gungen &uuml;ber die Zollschuld (Veranlagungsverf&uuml;gungen) sind <strong>sofort vollstreckbar<\/strong>; einer dagegen erhobenen Beschwerde kommt keine aufschiebende Wirkung zu (Art.&nbsp;72 ZG)<sup><a data-fnq id=\"fnq13\" href=\"#fn13\">13<\/a><\/sup>.<\/p><p><em><strong>Beispiel:<\/strong> Die Zollschulden der Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG sind <strong>grunds&auml;tzlich<\/strong> im Zeitpunkt der Entstehung (Veranlagung) in CHF <strong>sofort f&auml;llig<\/strong>, wenn nichts anderes bestimmt ist<sup><a data-fnq id=\"fnq14\" href=\"#fn14\">14<\/a><\/sup>. Die Zahlungsfristen k&ouml;nnen z.&#8239;B. im Rahmen des ZAZ-Verfahrens verschieden sein, je nachdem, ob es sich um Zollabgaben oder MWST-Abgaben handelt: Zollabgaben m&uuml;ssen gem&auml;ss Art.&nbsp;69 ZG i.&#8239;V.&#8239;m. Art.&nbsp;15 ZV-EFD<sup><a data-fnq id=\"fnq15\" href=\"#fn15\">15<\/a><\/sup> innert f&uuml;nf Tagen<sup><a data-fnq id=\"fnq16\" href=\"#fn16\">16<\/a><\/sup> beglichen werden. F&uuml;r die MWST-Abgaben (Einfuhrsteuer) wird eine Zahlungsfrist von 60&nbsp;Tagen gew&auml;hrt, sofern die Bedingungen gem&auml;ss Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 MWSTG erf&uuml;llt sind.<\/em><\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Erlass der Zollabgaben: <\/h3><p>Der Erlass von Zollabgaben<sup><a data-fnq id=\"fnq17\" href=\"#fn17\">17<\/a><\/sup> bedeutet, dass die Zollverwaltung auf die <strong>Erhebung von Zollabgaben einseitig durch hoheitliche Handlung verzichtet oder die erhobene Zollabgabe ganz oder teilweise zur&uuml;ckerstattet<\/strong>. Der Erlass kann stets nur erfolgen, wenn die Veranlagung abgeschlossen ist und eine rechtskr&auml;ftig festgesetzte Abgabe vorliegt. F&uuml;r den Erlass muss ein fristgerecht eingereichtes Gesuch in schriftlicher Form gestellt werden. Das Erlassgesuch ist innerhalb eines Jahres nach dem Ausstellen der Veranlagungsverf&uuml;gung bei der Zollstelle einzureichen, welche die Veranlagung vorgenommen hat. Bei Veranlagungen mit bedingter Zahlungspflicht betr&auml;gt die Frist ein Jahr vom Abschluss des gew&auml;hlten Zollverfahrens an<sup><a data-fnq id=\"fnq18\" href=\"#fn18\">18<\/a><\/sup>.<\/p><p>Das ZG umschreibt die Erlassgr&uuml;nde in verschiedenen Fallgruppen wie folgt:<\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li>wenn im Gewahrsam der Zollverwaltung stehende oder in ein Transitverfahren, ein Zolllagerverfahren, ein Verfahren der aktiven oder der passiven Veredelung oder ein Verfahren der vor&uuml;bergehenden Verwendung &uuml;bergef&uuml;hrte Waren durch Zufall, durch h&ouml;here Gewalt oder mit amtlicher Einwilligung ganz oder teilweise vernichtet werden (<strong>Zufall, h&ouml;here Gewalt und Vernichtung mit Einwilligung der Zollverwaltung<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq19\" href=\"#fn19\">19<\/a><\/sup>). Hier muss unbedingt ber&uuml;cksichtigt werden, dass die Zollverwaltung in gewissen F&auml;llen eine Sicherstellung der Zollforderung verlangt<sup><a data-fnq id=\"fnq20\" href=\"#fn20\">20<\/a><\/sup>.<\/li><li>wenn in den zollrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hrte Waren auf amtliche Verf&uuml;gung hin ganz oder teilweise vernichtet oder auf amtliche Verf&uuml;gung hin wieder ausgef&uuml;hrt werden (<strong>Vernichtung<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq21\" href=\"#fn21\">21<\/a><\/sup><strong> und Ausfuhr von Amtes wegen<\/strong>);<\/li><li>wenn eine Nachforderung mit R&uuml;cksicht auf besondere Verh&auml;ltnisse die Zollschuldnerin oder den Zollschuldner <strong>unverh&auml;ltnism&auml;ssig<\/strong> belasten w&uuml;rde (<strong>unverh&auml;ltnism&auml;ssige Belastung<\/strong>);<\/li><li>in anderen F&auml;llen (Auffangtatbestand), wenn aussergew&ouml;hnliche Gr&uuml;nde, die nicht die Bemessung der Zollabgaben betreffen, die Zahlung als besondere H&auml;rte erscheinen liessen (<strong>aussergew&ouml;hnliche Gr&uuml;nde<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq22\" href=\"#fn22\">22<\/a><\/sup><strong> und besondere H&auml;rte<\/strong>).<\/li><\/ul><p>Die Zollverwaltung <strong>verzichtet auf Gesuch hin ganz oder teilweise auf die Einforderung von Leistungen<\/strong> nach Artikel&nbsp;12 VStrR<sup><a data-fnq id=\"fnq23\" href=\"#fn23\">23<\/a><\/sup> <strong>oder erstattet bereits beglichene Leistungen ganz oder teilweise zur&uuml;ck, wenn<\/strong>: <\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li>die Gesuchstellerin oder den Gesuchsteller <strong>kein Verschulden<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq24\" href=\"#fn24\">24<\/a><\/sup> trifft; <strong>und<\/strong><\/li><li>die Leistung beziehungsweise die Nichtr&uuml;ckerstattung:<ul><li>die Gesuchstellerin oder den Gesuchsteller mit R&uuml;cksicht auf besondere Verh&auml;ltnisse <strong>unverh&auml;ltnism&auml;ssig<\/strong> belasten w&uuml;rde, <strong>oder<\/strong><\/li><li>als <strong>offensichtlich stossend<\/strong> erscheint<sup><a data-fnq id=\"fnq25\" href=\"#fn25\">25<\/a><\/sup>.                   <\/li><\/ul><\/li><\/ul><p><em><strong>Beispiel:<\/strong> Die Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG bestellt erneut am 15.&nbsp;Januar 2020 Kirschen aus Giresun. Die Waren wurden direkt aus der T&uuml;rkei in die Schweiz transportiert. Die importierten Waren w&auml;ren grunds&auml;tzlich zollpflichtig. Aufgrund des Orkans Petra wurden die Kirschen w&auml;hrend des Transports komplett zerst&ouml;rt, weil sie beim Umladen weggefegt wurden.<\/em><\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Ung&uuml;ltigkeit, Berichtigung und R&uuml;ckzug der Zollanmeldung: <\/h3><p>Die Zollforderung resp. die Zollschuld erlischt, wenn die Waren zu einem Zollverfahren angemeldet worden sind, welches die Zahlungsverpflichtung (Entrichtung der Abgaben) enth&auml;lt und die Zollanmeldung berichtigt oder zur&uuml;ckgezogen wird. Wenn keine Zollanmeldung (mehr) vorliegt (Deklarationspflicht), wird die durch die Annahme der Zollanmeldung entstandene Abgabenschuld beseitigt.<\/p><p>Die anmeldepflichtige Person <strong>kann die angenommene Zollanmeldung<\/strong> in der Schweiz <strong>berichtigen oder zur&uuml;ckziehen, solange die Waren noch gestellt sind und solange die Zollstelle<\/strong>:<\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>nicht festgestellt<\/strong> hat, dass die <strong>Angaben<\/strong> in der Zollanmeldung oder in den Begleitdokumenten <strong>unrichtig<\/strong> sind; <strong>oder<\/strong><\/li><li><strong>keine Beschau<\/strong> angeordnet hat.<\/li><\/ul><p>Nach Art.&nbsp;34 ZG kann die anmeldepflichtige Person innerhalb von 30&nbsp;Tagen ab dem Zeitpunkt,\n                  in dem die Waren den Gewahrsam der Zollverwaltung verlassen haben, bei der Zollstelle\n                  ein <strong>Gesuch um &Auml;nderung der Veranlagung einreichen. Gleichzeitig muss sie eine berichtigte\n                     Zollanmeldung<\/strong> einreichen.<\/p><p>Die Zollstelle gibt dem <strong>Gesuch<\/strong> statt, wenn die <strong>anmeldepflichtige Person nachweist<\/strong>, dass: <strong>a)<\/strong> die Waren <strong>irrt&uuml;mlich<\/strong> zu dem in der Zollanmeldung genannten Zollverfahren <strong>angemeldet worden sind (falsches Zollverfahren gew&auml;hlt)<\/strong> <strong>oder b)<\/strong> die <strong>Voraussetzungen f&uuml;r die beantragte neue Veranlagung schon erf&uuml;llt waren<\/strong>, als die Zollanmeldung angenommen wurde, und die Waren seither nicht ver&auml;ndert worden sind (z.&#8239;B. Ausfuhr, Zolllager etc.).<\/p><p><em><strong>Beispiel:<\/strong> Die Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG bestellt am 1.&nbsp;Februar 2020 Kirschen aus Giresun in der T&uuml;rkei. Die Waren werden direkt aus der T&uuml;rkei in die Schweiz transportiert. Die Waren w&auml;ren jedoch ohne Ver&auml;nderung grunds&auml;tzlich f&uuml;r den Weitertransport nach Italien bestimmt (keine &Uuml;berf&uuml;hrung in den zollrechtlich freien Verkehr&nbsp;in der Schweiz, keine Einfuhr). In diesem Fall kann die Zollverwaltung eine provisorische Veranlagung vornehmen<sup><a data-fnq id=\"fnq26\" href=\"#fn26\">26<\/a><\/sup>, bis die notwendigen Begleitdokumente<sup><a data-fnq id=\"fnq27\" href=\"#fn27\">27<\/a><\/sup> vorliegen. Die Kirschen k&ouml;nnen gegen Sicherstellung der Zollabgaben zum h&ouml;chsten Zollansatz freigegeben werden, damit der Endabnehmer in Italien &uuml;ber seine Waren p&uuml;nktlich verf&uuml;gen kann. K&ouml;nnen die erforderlichen Begleitdokumente nicht innerhalb der von der Zollverwaltung festgesetzten Frist nachgereicht werden (z.&#8239;B. bis 5.&nbsp;Februar 2020) und verlangt die anmeldepflichtige Person, die Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG, keine &Auml;nderung, so wird die provisorische Veranlagung<sup><a data-fnq id=\"fnq28\" href=\"#fn28\">28<\/a><\/sup> definitiv<sup><a data-fnq id=\"fnq29\" href=\"#fn29\">29<\/a><\/sup>.<\/em><\/p><h3 class=\"wp-block-heading\">Beschlagnahme<sup><a data-fnq id=\"fnq30\" href=\"#fn30\">30<\/a><\/sup>, Einziehung und Verwertung: <\/h3><p>Die Beschlagnahme<sup><a data-fnq id=\"fnq31\" href=\"#fn31\">31<\/a><\/sup> dient der vorl&auml;ufigen Sicherung von Gegenst&auml;nden, die unmittelbar oder mittelbar&nbsp;<strong>als Beweismittel<\/strong> dienen k&ouml;nnen resp. voraussichtlich der <strong>Einziehung<\/strong> unterliegen<sup><a data-fnq id=\"fnq32\" href=\"#fn32\">32<\/a><\/sup>. Es ist anzumerken, dass die&nbsp;<strong>Beschlagnahme nur vorl&auml;ufig<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq33\" href=\"#fn33\">33<\/a><\/sup> ist. Die Beschlagnahme darf als provisorische Massnahme dem Entscheid &uuml;ber die endg&uuml;ltige Einziehung&nbsp;<strong>nicht vorgreifen<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq34\" href=\"#fn34\">34<\/a><\/sup>. <\/p><p><strong>Die Zollverwaltung macht das Zollpfandrecht durch Beschlagnahme geltend<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq35\" href=\"#fn35\">35<\/a><\/sup>. Als echte Sicherstellung von Zollforderungen gelten: a) Barhinterlage, b) Hinterlegung von Wertpapieren und c) Zollb&uuml;rgschaft. Die echte Sicherstellung von Zollforderungen verfolgt eine horizontale Zweckverbindung. Sie ist das Mittel der Sicherung der Zollforderungen, welche noch nicht f&auml;llig sind, deren H&ouml;he unsicher ist und die noch nicht rechtskr&auml;ftig sind<sup><a data-fnq id=\"fnq36\" href=\"#fn36\">36<\/a><\/sup>. Als unechte Sicherstellung der Zollforderung gilt das Zollpfandrecht resp. dessen Verwertung. Das&nbsp;<strong>Zollpfandrecht resp. die Verwertung<\/strong> (von Gegenst&auml;nden, welche mit einem Zollpfand belastet sind) haben eine vertikale Zweckverbindung, n&auml;mlich als <strong>verfahrensrechtliche Zwangsmittel. Durch die Verwertung kommt es zum Erl&ouml;schen der Zollschuld (Rechtsfolge)<\/strong>. Das Zollpfand kann nur verwertet werden, wenn kumulative Voraussetzungen erf&uuml;llt sind: das grundliegende Urteil ist vollstreckbar und die Zahlungsfrist ist ungenutzt abgelaufen.<\/p><p>Das Zollpfandrecht muss das <strong>Prinzip der Spezialit&auml;t<\/strong> ber&uuml;cksichtigen: <strong>Ein Zollpfandrecht kann nur auf bestimmten Waren resp. Sachen und nur f&uuml;r die auf der Ware zu entrichteten Zollabgaben beansprucht werden<\/strong><sup><a data-fnq id=\"fnq37\" href=\"#fn37\">37<\/a><\/sup><strong>.<\/strong> Damit kann das Zollpfandrecht nicht f&uuml;r andere Anspr&uuml;che der Zollverwaltung dienen oder auf anderen Gegenst&auml;nden des Zollschuldners beansprucht werden. Die Zollverwaltung kann daher auch nicht mehr Sicherheit (kumulative Sicherstellung) verlangen, als es f&uuml;r die auf dem bestimmten (eingef&uuml;hrten) Gegenstand zu entrichtenden Zollabgaben notwendig ist.<\/p><p>Jedoch ist die Zollverwaltung h&auml;ufig &uuml;bersichert. Eine Kumulation von Sicherstellungen und eine maximale Aussch&ouml;pfung der Sicherung von Zollabgaben bei einer (behaupteten) Verletzung von nichtzollrechtlichen Erlassen bewirken eine wirtschaftslenkende Haltung. Wenn man ferner ber&uuml;cksichtigt, dass weitere Sicherstellungen von der Zollverwaltung bei bedingter Entstehung einer Zollforderung (Art.&nbsp;76 ZG i.&#8239;V.&#8239;m. Art. 189&nbsp;ff. ZV) oder bei der Er&ouml;ffnung von ZAZ-Konten verlangt werden<sup><a data-fnq id=\"fnq38\" href=\"#fn38\">38<\/a><\/sup>, f&uuml;hren diese Kumulationen von Sicherstellungen dazu, dass das Interesse der Zollverwaltung &uuml;berproportional in den Vordergrund gestellt wird.<\/p><p><strong>Echte Sicherstellungen von Zollforderungen<\/strong> werden <strong>grunds&auml;tzlich f&uuml;r die allf&auml;llig geschuldete gesamte Zollforderung beansprucht.<\/strong> F&uuml;r bestimmte Sicherstellungen k&ouml;nnen jedoch Erleichterungen gew&auml;hrt werden<sup><a data-fnq id=\"fnq39\" href=\"#fn39\">39<\/a><\/sup>, wie bei der MWST zum Beispiel zu sehen ist, wenn dadurch der Steuereinzug nicht gef&auml;hrdet wird. Die Sicherstellungen und Massnahmen sind im ZG und im MWSTG nicht ausreichend miteinander abgestimmt. Die MWST-Beh&ouml;rde verlangt ebenfalls gewisse finanzielle Sicherung f&uuml;r allf&auml;llige Steuerschulden (nicht spezifiziert, keine Spezifikation).<\/p><p><em><strong>Beispiel:<\/strong> Um die Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG besser bedienen zu k&ouml;nnen (Qualit&auml;tssicherung, Qualit&auml;ts&uuml;berpr&uuml;fung, Preisgestaltung, Preis&uuml;berwachung etc.), entschied sich die t&uuml;rkische&nbsp;<strong>Giresun Anonim &#350;irket<\/strong> (AG) aus Giresun, sich im MWST-Register in der Schweiz einzutragen. Giresun Anonim &#350;irket wird ihre eigenen Kirschenprodukte in die Schweiz liefern, importieren und diese lokal an die Z&uuml;rcher Licinius Lucullus AG in der Schweiz verkaufen. F&uuml;r die mehrwertsteuerliche Registrierung der t&uuml;rkischen Gesellschaft (ohne Sitz in der Schweiz) verlangt die ESTV eine Sicherstellungsleistung und eine Steuervertretung<sup><a data-fnq id=\"fnq40\" href=\"#fn40\">40<\/a><\/sup>. Die Sicherstellung kann allerdings f&uuml;r weitere Zwecke verwendet werden (Verzug bei Zahlung<sup><a data-fnq id=\"fnq41\" href=\"#fn41\">41<\/a><\/sup>). Er&ouml;ffnet die Giresun Anonim &#350;irket ein ZAZ-Konto, muss die Unternehmung weitere Sicherheiten f&uuml;r die Zollforderungen (inkl. Einfuhrsteuer) gegen&uuml;ber der Zollverwaltung stellen.<\/em><\/p><figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"939\" height=\"803\" src=\"https:\/\/steuerportal.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Molnar_1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3044\" srcset=\"https:\/\/steuerportal.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Molnar_1.png 939w, https:\/\/steuerportal.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Molnar_1-700x599.png 700w, https:\/\/steuerportal.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Molnar_1-768x657.png 768w, https:\/\/steuerportal.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Molnar_1-628x537.png 628w, https:\/\/steuerportal.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Molnar_1-296x253.png 296w\" sizes=\"auto, (max-width: 939px) 100vw, 939px\" \/><figcaption>Abb. 1: Sicherstellung von Zollforderungen (Grundsatz Art. 76 ZG) versus Zollpfandrecht (Art.                      82 ZG)             <\/figcaption><\/figure><h2 class=\"wp-block-heading\">3 Konklusion und was der Zollschuldner wissen muss<\/h2><p>Die Einfuhr ist ein Realakt, eine rein faktisch wirkende Rechtshandlung, welche eine Rechtsfolge unabh&auml;ngig vom Willen des Handelnden hervorruft.<\/p><p>Das ZG definiert lediglich den Begriff der <strong>Zollschuld<\/strong>. Die Zollschuld ist eine Verpflichtung, die von der EZV zu veranlagenden Zollabgaben zu bezahlen. Der Begriff &lsaquo;Zollforderung&rsaquo; wird im ZG, wo es um die Regelung der Zollschuld geht, gar nicht erw&auml;hnt. Der Grund liegt darin, dass <strong>die Zollforderung nicht nur die Zollschuld, sondern auch weitere Forderungen<\/strong> (z.&#8239;B. Einfuhrsteuer) beinhalten kann. Das ZG regelt die <strong>Erhebung der Abgaben nach nichtzollrechtlichen Bundesgesetzen<\/strong> (z.&#8239;B. MWSTG), soweit die Erhebung der EZV obliegt. F&uuml;r den Bezug der Einfuhrsteuer ist die EZV zust&auml;ndig. Die <strong>Einfuhrsteuerschuld<\/strong> entsteht zur gleichen Zeit wie die Zollschuld.<\/p><p>Die <strong>Sicherstellung der Zollforderung<\/strong> (nach dem ZG) resp. Sicherstellung der <strong>MWST<\/strong> (nach dem MWSTG) sind in Zweckbestimmung und Umfang unterschiedlich. Die Zollschuld kann nicht nur durch Barbezahlung (Barhinterlage) erl&ouml;schen. Die Institute des Zollpfandrechts und die Zollpfand-Verwertung zeigen einmal mehr die Strenge und geradezu Behemot-hafte Robustheit des ZG auf. Durch diese Strenge lenkt das ZG die Liquidit&auml;t des Zollschuldners. Ziel des ZG und der Praxis der EZV ist die maximale Sicherung der Zollforderung, wobei die Flexibilit&auml;t und der wirtschaftsschonendere Umgang bei der MWST mit den Wirtschaftsakteuren ausgeklammert werden. Es w&auml;re zu begr&uuml;ssen, wenn im Rahmen der ZG-Revision die Strenge des ZG mit den (Zweck-)Bestimmungen der nichtzollrechtlichen Erlasse abgestimmt w&uuml;rde. Warum mehr Sicherheitsbelastung verlangen, als notwendig ist?<\/p><div class=\"wp-block-sht-footnotes b-footnotes\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fussnoten<\/h2>\n\n\n\n<p id=\"fn1\" class=\"b-footnote\">SR&nbsp;631.0.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn2\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;68\nZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn3\" class=\"b-footnote\">Botschaft &uuml;ber ein neues Zollgesetz (03.078), Ziffer&nbsp;2.3.2.1.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn4\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;1\nlit.&nbsp;c\nund ZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn5\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;50\nMWSTG ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn6\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;56\nMWSTG i.&#8239;V.&#8239;m.\nArt.&nbsp;69\nZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn7\" class=\"b-footnote\">SR&nbsp;632.10.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn8\" class=\"b-footnote\">Urteil der Eidgen&ouml;ssischen Zollrekurskommission (ZRK) vom 18.3.1960,\nEntscheide ZRK 1959, S.&nbsp;156.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn9\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;26,\nArt.&nbsp;70\nZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn10\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;85\nund 85a SchKG, BEUSCH in: Kocher\/Clavadetscher (Hrsg.), St&auml;mpflis\nHandkommentar, Zollgesetz, Bern, 2009, Vorbem. zu Art.&nbsp;68&ndash;74,\nRz.&nbsp;3.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn11\" class=\"b-footnote\">Vergleich mit der EU (UZK,\nhttps:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:32013R0952&amp;from=DE&lt;\/)\nnach Art.&nbsp;103\nUZK d&uuml;rfen\nverj&auml;hrte\nZollschulden nicht mehr mitgeteilt werden. Nach Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1\nUZK betr&auml;gt\ndie Verj&auml;hrungsfrist\ndrei Jahre (Grundsatz). Sie beginnt nach dem Tag des Entstehens der Zollschuld\nund berechnet sich gem&auml;ss\nArt.&nbsp;55\nAbs.&nbsp;2\nUZK nach der FristenVO. Bei strafbaren Handlungen verl&auml;ngert sich die Frist gem&auml;ss\nArt.&nbsp;103\nAbs.&nbsp;2\nUZK auf h&ouml;chstens\nzehn Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn12\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;75\nAbs.&nbsp;4\nZG, Art.&nbsp;11\nund 12 VStrR (SR&nbsp;313.0).\nDie Verj&auml;hrung\nwird in diesem Beitrag nicht n&auml;her analysiert. Dieser Beitrag zeigt lediglich bestimmte\nMechanismen (Grunds&auml;tze)\nauf, die zum Erl&ouml;schen\nder Zollschuld (der Zahlungspflicht) f&uuml;hren k&ouml;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn13\" class=\"b-footnote\">Vergleich mit der EU (UZK): Die Zollschuld wird mit der\nBezahlung abgegolten (Art.&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 lit.&nbsp;b UZK). Die Zahlung ist in bar oder mit jedem anderen\nZahlungsmittel m&ouml;glich,\nwelches schuldbefreiende Wirkung hat (Art.&nbsp;109 UZK).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn14\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;51\nAbs.&nbsp;2\nlit.&nbsp;b\nMWSTG &uuml;ber\ndas ZAZ-Konto. Zentralisiertes Abrechnungsverfahren. Die Zollschuldner m&uuml;ssen\ndie Zollschuld bezahlen oder, wenn dies von der EZV verlangt wird,\nsicherstellen (Art.&nbsp;70\nZG).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn15\" class=\"b-footnote\">SR&nbsp;631.011.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn16\" class=\"b-footnote\">Betreffend Zahlungsfristen (5-Tages-Regelung) siehe praktische\nAusf&uuml;hrungen\nder EZV unter https:\/\/www.ezv.admin.ch\/ezv\/de\/home\/information-firmen\/&shy;<br>\nwaren-anmelden\/das-zollkonto-im-zentralisierten-abrechnungsverfahren-der-zollve\/zahlungen-und-rechnungen.html.\nDie 5-Tages-Frist hat jedoch keine &shy;gesetzliche Grundlage im ZG (Art.&nbsp;69 ZG).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn17\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;86\nZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn18\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;86\nAbs.&nbsp;2\nZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn19\" class=\"b-footnote\">Es ist anzumerken, dass eine &auml;hnliche Regelung im UZK zu finden ist. Die Umst&auml;nde\nm&uuml;ssen\nauf in der Natur der Ware liegenden Gr&uuml;nden beruhen, durch h&ouml;here Gewalt\/Zufall veranlasst werden oder diese Umst&auml;nde\nk&ouml;nnen\nmit der Zustimmung der Zollverwaltung herbeigef&uuml;hrt worden sein. Gem&auml;ss der Rechtsprechung des EuGH sind unter h&ouml;herer\nGewalt ungew&ouml;hnliche\nund unvorhersehbare Ereignisse zu verstehen, auf welche die betroffene Person\n(Wirtschaftsteilnehmer, anmeldepflichtige Person) keinen Einfluss hatte und\nderen Folgen trotz Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht h&auml;tten\nvermieden werden k&ouml;nnen.\nUnzul&auml;ngliche\nArbeitsweise (&laquo;poor\nperformance&raquo;)\nder Zollverwaltung kann ebenfalls nach vorstehender Entscheidung ein Fall h&ouml;herer\nGewalt sein. Die objektive Unm&ouml;glichkeit ist damit nicht erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn20\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;76\nZG ff.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn21\" class=\"b-footnote\">Die Vernichtung resp. Zerst&ouml;rung oder Aufgabe zugunsten der Staatskasse sind im UZK\nebenfalls geregelt (Art.&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 lit.&nbsp;e UZK, Art.&nbsp;197 UZK). Allerdings kann die Wirtschaftsbeteiligte\ndie Waren auch im Rahmen einer ihr bewilligten aktiven Veredelung zerst&ouml;ren\n(Art.&nbsp;5\nNr.&nbsp;37\nlit.&nbsp;c\nUZK). Sollten hierbei Reste &uuml;brigbleiben, sind diese als Nichtunionsware zu\nqualifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn22\" class=\"b-footnote\">Arbeitsfehler und Frist- oder Verfahrensvers&auml;umnisse\nsind keine aussergew&ouml;hnlichen\nGr&uuml;nde.\nEbenfalls, wenn das Beschwerdeverfahren nicht das gew&uuml;nschte Ergebnis bringt.\nSiehe dazu den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes A-1694\/2006 vom\n7.2.2007. Die Entscheidungskompetenz bei der H&ouml;he des Erlasses liegt bei der Zollverwaltung (vgl. dazu\ndas Urteil des Bundesgerichtes 2A.534\/2005 vom 17.2.2006).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn23\" class=\"b-footnote\">SR&nbsp;313.0.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn24\" class=\"b-footnote\">Der UZK spricht &uuml;ber einen T&auml;uschungsversuch resp. &uuml;ber Nichtvorliegen eines T&auml;uschungsversuchs. Siehe dazu Art.&nbsp;124 Abs.&nbsp;1\nlit.&nbsp;h\nUZK. Weitere Details zum Erl&ouml;schen der Zollschuld in der EU unter\nhttps:\/\/www.zoll.de\/DE\/Fachthemen\/Zoelle\/Zollschuldentstehung\/Erloeschen-der-Zollschuld\/erloeschen-der-zollschuld.html.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn25\" class=\"b-footnote\">Der Erlass des Abgabebetrages hat das Erl&ouml;schen\nder Zollschuld zur Folge auch in der EU (Art.&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 lit.&nbsp;c UZK). Der Erlass ist die Befreiung von der\nVerpflichtung zur Entrichtung eines noch nicht entrichteten Abgabenbetrages\n(Art.&nbsp;5\nNr.&nbsp;29\nUZK, Abgabebetrag ist noch nicht bezahlt). Sind mehrere Personen zur\nEntrichtung des Abgabenbetrages verpflichtet und werden die Abgaben erlassen,\nso erlischt die Zollschuld nur f&uuml;r die Personen, denen der Erlass gew&auml;hrt\nwird (Art.&nbsp;124\nAbs.&nbsp;5\nUZK, personelle Beschr&auml;nkungen).<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn26\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;39\nAbs.&nbsp;1\nZG, Art.&nbsp;93\nZV.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn27\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;25\nAbs.&nbsp;1\nZG, Art.&nbsp;80\nZV.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn28\" class=\"b-footnote\">Richtlinie der EZV 10-90 Provisorische Veranlagung, A38.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn29\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;39\nAbs.&nbsp;4\nZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn30\" class=\"b-footnote\">Zwangsmassnahme des VStrR.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn31\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;83\nZG, Art.&nbsp;212\nAbs.&nbsp;2\nZV.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn32\" class=\"b-footnote\">BGE&nbsp;120&nbsp;IV\n164&nbsp;ff.\n(166), E.&nbsp;1c.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn33\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;46&nbsp;ff.\nVStrR, Art. 46 Abs.&nbsp;1\nlit.&nbsp;a&ndash;b\nVStrR, Entscheid des Bundesstrafgerichts BK_B111\/04 vom 5.1.2005, E. 2.5.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn34\" class=\"b-footnote\">BGE&nbsp;120&nbsp;IV\n164&nbsp;ff.\n(166), E.&nbsp;1c.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn35\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;83\nZG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn36\" class=\"b-footnote\">Vgl. dazu MWST Art.&nbsp;93 MWSTG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn37\" class=\"b-footnote\">Siehe dazu CADOSCH in: Kocher\/Clavadetscher (Hrsg.), St&auml;mpflis\nHandkommentar, Zollgesetz, Bern, 2009, Art.&nbsp;82 N&nbsp;3.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn38\" class=\"b-footnote\">F&uuml;r\ndie Beanspruchung einer ZAZ-Konto-Er&ouml;ffnung werden die Gegenst&auml;nde nicht einmal einzeln spezifiziert.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn39\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;56\nAbs.&nbsp;3\nMWSTG. Formen der Sicherstellung f&uuml;r die MWST siehe Art.&nbsp;93 Abs.&nbsp;7 MWSTG. Ausl&auml;ndische Unternehmen m&uuml;ssen bei der Eintragung ins MWST-Register unter Umst&auml;nden\neine Sicherheit leisten (Art.&nbsp;94 Abs.&nbsp;2 MWSTG). In der Regel wird diese in bar geleistet\noder durch Beibringen einer Bankgarantie bei einer im Inland domizilierten\nBank. Die Sicherheit betr&auml;gt in der Regel 3% des steuerbaren Inlandumsatzes ohne\nExporte; mindestens jedoch CHF&nbsp;2000.&ndash; und maximal CHF&nbsp;250&#8239;000.&ndash;. Die ESTV beh&auml;lt sich in besonderen F&auml;llen andere Berechnungsmethoden vor.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn40\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;67\nMWSTG.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"fn41\" class=\"b-footnote\">Art.&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 MWSTG, Art.&nbsp;94 Abs.&nbsp;1\nMWSTG. Auch ein &Uuml;berschuss aus der Steuerabrechnung zugunsten der\nsteuerpflichtigen Person kann mit einer von der ESTV geforderten\nSicherstellungsleistung verrechnet werden.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f3nika Moln\u00e1r befasst sich mit Fragen der Zollschuld; insbesondere Fragen nach deren Umfang, ihrem Erl\u00f6schen und den Sicherungsm\u00f6glichkeiten der Zollverwaltung. Ein Schwerpunkt ihrer Ausf\u00fchrungen liegt hierbei auf dem Zollpfandrecht und dem Grundsatz der \u2039Spezialit\u00e4t\u203a, wonach es der Zollverwaltung verwehrt sei, ein Zollpfandrecht f\u00fcr andere als auf der Ware lastende Zollabgaben beanspruchen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"authors":[{"ID":342,"display_name":"M\u00f3nika Moln\u00e1r","first_name":"M\u00f3nika","last_name":"Moln\u00e1r","description":"<p>Dr., LL. M. 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