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Was amüsiert Sie, Philipp Moos?

Was amüsiert Sie, Philipp Moos?

Philipp Moos beantwortet im Rendez-vous unsere – nicht unbedingt fachspezifischen – Fragen.

Erschienen in folgender Publikation:

Was amüsiert Sie, Philipp Moos?
Ausgabe
Seite(n)
418–420

Name: Philipp Moos

Beruf/Position: 
Betriebsökonom FH, dipl. Steuerexperte – Leiter Abteilung Natürliche Personen, Amtsleiter-Stellvertreter Kantonale Steuerverwaltung Zug

Familie: verheiratet, zwei erwachsene Töchter, ein Schwiegersohn, eine Katze

Hobbys: Entdecken fremder Länder mit dem Enduro-Motorrad, Motorrad-Oldtimer, Skifahren, E-Bike-Touren

Warum wurden Sie Steuerfachmann? Was wären Sie sonst geworden?

Während dem Ökonomiestudium war Steuerrecht mein schlechtestes Fach. In meiner späteren Tätigkeit im Treuhandbereich fand ich Gefallen am Steuerrecht und bildete mich darin weiter. Ich setzte dann auch bei der beruflichen Tätigkeit den Fokus auf Steuern – zunächst in der Beratung und anschliessend in der öffentlichen Verwaltung. Das habe ich bis heute nicht bereut.

Leben Sie für das Steuerrecht?

Praktisch in allen Lebenslagen haben wir Berührungspunkte. Zudem bestreite ich unseren Lebensunterhalt im Wesentlichen mit der Tätigkeit im Steuerrecht. So gesehen lebe ich für das und von dem Steuerrecht.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Aus Gedanken werden Ideen und Taten. Ich achte deshalb darauf, was ich denke.

Haben Sie eine Leidenschaft (neben dem Steuerrecht)?

Ja, die Freizeit verbringe ich mit intensivem Ski- und Motorradfahren. Mit dem Töff erkunde ich gerne fremde Länder. Die letzte Reise führte uns in entlegene Bergdörfer in Vietnam. Mit dem E-Bike toure ich gerne zusammen mit meiner Frau durch unsere Zweitheimat Graubünden. Zudem pflege ich meine 94-jährige «Oldlady» (Kosename). Von meinem Grossvater erbte ich dieses BMW-Motorrad mit Jahrgang 1931. Nach über 50-jähriger Standzeit habe ich diese Perle mit grosser Unterstützung von Profis während sieben Jahren restauriert. Sie ist heute wieder auf der Strasse und ich teile diese Leidenschaft mit Gleichgesinnten im Verein «Freunde alter Motorräder». Für das Gemeinwohl bringe ich meine Zeit im Stiftungsrat der Zuger Stiftung Phönix ein. Diese Stiftung bietet für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung verschiedene Angebote. Die Leidenschaft für Traditionen pflege ich als Zunftrat in der ältesten Zuger Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute, die seit 1408 ununterbrochen besteht.

Was war Ihr Berufswunsch als Kind – und warum ist nichts daraus geworden?

In meiner Jugend absolvierte ich Schnupperlehren in der Landwirtschaft, als Automechaniker und als Tiefbauzeichner. Ich wuchs in einer politisch liberal geprägten Unternehmerfamilie auf. Das, was du machst, machst du am besten mit Leidenschaft, das lernte ich zuhause. So liess ich mich in meiner beruflichen Tätigkeit auch leiten und ergriff Chancen, die sich ergaben.

Welche drei Stichworte beschreiben Ihren Alltag?

Führung, Organisation und Kundenbetreuung.

Was bringt Sie auf die Palme?

Komplizierte Lösungen, wenn es einfacher ginge – sei es in der Gesetzgebung, in der IT oder in allen übrigen Lebenslagen.

Wo liegt Ihr Sehnsuchtsziel?

Wir haben das Glück, im Kanton Graubünden ein Domizil zu besitzen. Da verbringen wir viel Zeit in der Natur, mit Freunden, unseren erwachsenen Töchtern und unserem Schwiegersohn. Für uns ist es eine Insel zum Abschalten und Geniessen.

Was macht einen erfolgreichen Abteilungsleiter in der Steuerverwaltung aus?

Einsatzfreudigkeit, Dienstleistungsorientierung, Freude an Mitarbeitenden sowie an Steuerkundinnen und -kunden, Führungsstärke, unternehmerisches Denken und Handeln, Vernetzung bei Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, die Bereitschaft, in der Stadt auch in der Freizeit auf Steuerfragen angesprochen zu werden, politisches und gesellschaftliches Verständnis und man muss stets Augen und Ohren bei der Kundschaft haben.

Haben Sie auch mal die Nase voll von Ihrer momentanen Tätigkeit?

Ich bin in der glücklichen Lage, an meiner Tätigkeit auch nach langer Zeit noch Freude zu haben. Es ergeben sich immer wieder neue Herausforderungen und Themen. Die Tätigkeit ist enorm vielseitig, abwechslungsreich und breit. Ich habe mit Menschen aller Bevölkerungsschichten zu tun – alle sind für uns wertvoll und verdienen bei Fragen oder Schwierigkeiten unsere Unterstützung, nicht nur die sogenannten «guten» Steuerzahler. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich froh bin, wenn Feierabend ist.

Wen möchten Sie unbedingt auf ein Feierabendbier treffen?

Unseren neuen Zuger Bundesrat Martin Pfister. Die Freude über seine Wahl ist im ganzen Kanton Zug spürbar. Beim Feierabendbier wünsche ich Martin: «Bleib, wie du bist, deine Art passt genau zum würdigen Amt als Bundesrat. Lass dich nicht unterkriegen!»

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Auch wenn es abgedroschen klingt, aber grad mit zunehmendem Alter wünscht man sich eigentlich nur eines: Gesundheit für sich selbst und seine Lieben.

Gibt es etwas, was Sie extrem nervt im Steuerbereich?

Ganz generell: komplizierte Gesetzgebungen, die einer effizienten Steuererhebung entgegenlaufen. Nüchtern betrachtet ergeben sich immer aufwendigere Verfahren, um faktisch weniger Steuern einzunehmen. Für meine ökonomische Denkweise ist das ein grosser Widerspruch.

Haben Sie Vorbilder?

Mich faszinieren Menschen, die mit ihrer unerschöpflichen Energie viel für unsere Gesellschaft leisten – insbesondere Unternehmerinnen und Unternehmer. So lese ich denn auch gerne deren Biografien.

Waren Sie gut in der Schule?

Nein, nicht wirklich – meine Interessen lagen damals meistens anderswo. «Der Knopf» öffnete sich erst später!

Welchen Rat würden Sie Ihrem jüngeren Selbst geben?

Nimm alles lockerer und plane nicht alles und jedes.

Was bringt Sie zum Lachen?

Wir besuchen gerne Laientheater und Komiker-Aufführungen. Weg vom Alltag kann ich mich dabei köstlich amüsieren und lachen.

Haben Sie schon einmal so richtig Glück gehabt? Was ist passiert?

Glück brauchen wir alle immer! Richtig viel Glück hatte ich im Jahre 2019, als ich auf einer Motorradtour in Peru hoch in den Anden aufgrund eines Fahrfehlers aus der Kurve in ein Tobel flog. Wäre der Abflug noch ein paar Meter weiter gegangen, so könnte ich diese Fragen hier nicht mehr beantworten. Das war an einem Mittwoch, am Freitag war ich im Zuger Kantonsspital und dort wurde meine mehrfach gebrochene Schulter zusammengeflickt. Eine Operation reichte nicht. Ich bin aber sehr glücklich, dass ich heute mit einem künstlichen Schultergelenk allen meinen Hobbys weiterhin frönen kann.