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Warum sind Sie nicht Rennfahrer geworden, Dieter Wirth?

Dieter Wirth beantwortet im Rendez-vous unsere – nicht unbedingt fachspezifischen – Fragen.

  • 3 Minuten

Name: Dieter Wirth

Beruf/Position: Managing Partner; Leader Tax, Legal & HR Services bei PwC Switzerland und Europe

Familie: verheiratet, eine Tochter

Hobbys: Skifahren, Wandern, Lesen, Kochen, Gärtnern, Weingenuss

Leader Tax, Legal & HR Services – was muss man sich darunter vorstellen?

PwC ist das grösste Steuerberatungsunternehmen in der Schweiz. In der Gewichtsklasse der «Big Four» belegen wir im Bilanz-Ranking 2022 der besten Steuerexpert:innen und Treuhänder:innen wiederholt den Spitzenplatz. Ich leite den Bereich Steuern und Recht sowohl bei PwC Schweiz als auch bei PwC Europe, das Deutschland, die Niederlande, Belgien, Österreich und die Türkei umfasst. In der Schweiz trage ich die Verantwortung für rund 800 Mitarbeitende. Im Weiteren betreue ich einige Kund:innen direkt als Steuerberater.

Sie leben also geradezu für das Steuerrecht?

Absolut. Die stetige Veränderung der Gesetzgebung, das Zusammenarbeiten im Team und grossartige Mandate motivieren mich jeden Tag und begeistern mich auch nach über 24 Jahren immer wieder aufs Neue. Die Schnittstelle zwischen Recht und Wirtschaft hat mich schon immer fasziniert. Als Fachspezialist für internationales Steuerrecht werde ich gerne bei Gesetzgebungsprojekten beigezogen. Zum Beispiel wirke ich in diversen Arbeitsgruppen mit, die sich mit der Umsetzung der GloBE-Regeln beschäftigen. Oder ich bringe vor Gerichten und anderen Behörden die Anliegen unserer Kund:innen ein. Für mich ist es sehr erfüllend, in meinem Job zur Standortattraktivität der Schweiz beizutragen.

War das schon als Kind Ihr Berufswunsch?

Nein. Ich wollte natürlich Formel-1-Rennfahrer werden.

Und warum ist nichts daraus geworden?

Das Tempo, der Sound, die schnittigen Boliden – das alles hat mich beeindruckt. Und ganz ehrlich: Das tut es heute noch. Aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich für einen anderen, weniger gefährlichen und dennoch atemberaubenden Job entschieden habe.

Mit welchen drei Hashtags beschreiben Sie Ihren Geschäftsalltag?

#Kaffee, #Teamarbeit, #360-Grad-Perspektiven.

Was macht eine erfolgreiche Steuerberaterin oder einen erfolgreichen Steuerberater aus?

Als Steuerberater muss man in die Zukunft blicken und gewisse Wirtschafts- oder Rechtstrends kommen sehen. Dazu sollte man sich für die sich wandelnden Regeln interessieren und dabei neugierig auf neue Technologien und andere steuerfremde Themen bleiben. Im Mittelpunkt einer guten Steuerberatung steht ein holistischer Blick auf Businessmodelle. Dazu braucht es eine fast schon angeborene Motivation für das Thema. Eine gute Steuerberaterin oder ein guter Steuerberater sollte gerne mit Menschen zusammenarbeiten. Wir haben es täglich mit so vielen unterschiedlichen Perspektiven und Interessen zu tun. Deshalb müssen wir Menschen einschätzen und uns selbst immer wieder reflektieren können. Als Dienstleister bin ich naturgemäss auf Menschen angewiesen. Diese muss ich mögen, wenn ich als Team oder Unternehmen erfolgreich sein will. Denn nur so können wir uns komplettieren, statt uns zu konkurrenzieren.

Was bringt Sie auf die Palme? 

Alles Unzuverlässige, seien es Computer oder Menschen. Unpünktlichkeit nervt mich, ob beim Fliegen oder in der Zusammenarbeit mit anderen. Und schliesslich treibt mich Unaufrichtigkeit im Privaten und im Geschäftlichen auf die Palme. Ehrlichkeit ist für mich die höchste Form des Muts.

Wie kommen Sie zur Ruhe?

Zu Hause im Kreis meiner Familie. Oder auf Bergwanderungen, vorzugsweise in Graubünden. Beim Skifahren oder Lesen kann ich ebenfalls gut entspannen.

Was tun Sie sonst noch so in Ihrer Freizeit?

Ich mache mich gerne in der Küche nützlich. Zum Beispiel beim Teigkneten für Brot, Pizza oder jede Form von Pasta. Im Weiteren haben es mir zwei Weinregionen besonders angetan: das Bordeaux und die Bündner Herrschaft. Leider machen sich beide Freizeitbeschäftigungen auf der Anzeige meiner Gewichtswaage bemerkbar. Deshalb ist hin und wieder einmal eine «low carb»-Diät nötig.

Wo liegt Ihr Sehnsuchtsziel?

Irgendwo mitten in einem Olivenhain am Mittelmeer.

Wenn Ihr Leben verfilmt würde, welcher Schauspieler bekäme die Hauptrolle?

Meine Wunschkandidaten wären natürlich Brad Pitt oder George Clooney. Sollte den beiden das Drehbuch zu langweilig sein, könnte man Rowan Atkinson alias Mr. Bean anfragen.

Wofür würden Sie mitten in der Nacht aufstehen?

Für jede Art von Heldentat. Zum Beispiel, um angriffige Grizzlybären, blutrünstige Moskitos oder gruselige Albträume zu vertreiben.

Welches Buch lesen Sie gerade?

«What it takes – Lessons in the Pursuit of Excellence» von Stephen A. Schwarzman. Das ist der Verwaltungsratspräsident, CEO und Co-Mitgründer der Investmentgesellschaft Blackstone. Ich finde, dass er die Dinge hervorragend auf den Punkt bringt. Im Kapitel 25 Rules for Work and Life gibt er wertvolle Tipps für Erfolg im Berufsleben.