Das Steuerrecht auf einen Blick

Übrige Steuerarten

Es gibt zahlreiche Steuerarten, die im Rahmen dieser Rubrik nicht vertieft vorgestellt wurden (ein Überblick über die geltenden Steuern gibt die 2. Tabelle im Einleitungsteil).

Es ist dies unter anderem auch die Erbschafts- und Schenkungssteuer, die kantonal recht unterschiedlich geregelt ist (der Bund erhebt keine Erbschafts- und Schenkungssteuer).

Auch nicht explizit behandelt wird die Grundstückgewinnsteuer, ebenfalls eine kantonal geregelte Steuer. Grundsätzliches hierzu ist jedoch dem Steuern kompakt-Beitrag über die Einkommens- und Vermögenssteuern und nachfolgender einführender Übersicht zu entnehmen:


Grundstückgewinnsteuer

Die Grundstückgewinnsteuer ist eine sog. Spezialeinkommenssteuer. Sie wird bei der Veräusserung von Liegenschaften anstelle der Einkommenssteuer auf Grundstückgewinnen erhoben. Weil sie ohne Berücksichtigung der übrigen Einkommensverhältnisse der steuerpflichtigen Person erhoben wird, zählt sie zu den sog. Objektsteuern.
Der Bund erhebt keine Grundstückgewinnsteuer. Sie wird jedoch in allen Kantonen (z. T. auch von den Gemeinden) erhoben. StHG 12 lässt zwei Systeme der Grundstückgewinnsteuer zu: das dualistische System (auch als St. Galler System bezeichnet) und das monistische System (auch als Zürcher System bezeichnet).

  • Beim dualistischen System werden grundsätzlich mit der Grundstückgewinnsteuer nur Gewinne aus der Veräusserung von Grundstücken des Privatvermögens erfasst, während Gewinne aus der Veräusserung von Liegenschaften des Geschäftsvermögens der Einkommens- bzw. Gewinnsteuer unterliegen. Dieses System gilt in den Kantonen AG, AI, AR, FR, GE, GL, GR, LU, NE, OW, SG, SH, SO, VD, VS, und ZG.

  • Beim monistischen System unterliegen neben den Gewinnen aus der Veräusserung von Privatvermögen auch die sog. Wertzuwachsgewinne auf Geschäftsliegenschaften der Grundstückgewinnsteuer (StHG 12 Abs. 4). Im monistischen System sind somit Grundstückgewinne im Geschäftsbereich nur insoweit der allgemeinen Einkommens- und Gewinnsteuer unterworfen, als diese wieder eingebrachte Abschreibungen darstellen. Das monistische System gilt in den Kantonen BE, BL, BS, JU, NW, SZ, TI, UR und ZH.

  • Eine spezielle Regelung weist das Steuergesetz des Kantons Thurgau auf: Grundstückgewinne werden in Anlehnung an das monistische System bei natürlichen Personen und Personengesellschaften mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst (d. h. Gewinne auf Privat- und Geschäftsliegenschaften). Bei den juristischen Personen jedoch unter-liegen die Grundstückgewinne wie im dualistischen System der Gewinnsteuer (Ausnahme: gewisse steuerbefreite juristische Personen, bei welchen die Grundstückgewinnsteuer zur Anwendung gelangt). Der Regierungsrat des Kantons Thrugau ist bestrebt, komplett zum dualistischen System zu wechseln. (Stand: 4.10.2012, Steuerportal.ch berichtet fortlaufend)

Beispiel:

Die Produkt-AG veräussert für CHF 1'600'000 eine Liegenschaft, welche einen Buchwert von CHF 1'100'000 aufweist. Die ursprünglichen Anlagekosten lagen bei CHF 1'400'000.

In einem Kanton mit dualistischem System unterliegt der auf diesem Geschäftsaktivum realisierte Kapitalgewinn von CHF 500'000 der Gewinnsteuer. In einem Kanton mit monistischem System werden die wieder eingebrachten Abschreibungen von CHF 300'000 mit der Gewinnsteuer und wird der Wertzuwachsgewinn von CHF 200'000 mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst.

Quelle: Mäusli/Oertli (2010): Das schweizerische Steuerrecht, Cosmos Verlag, Bern.

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