Das Steuerrecht auf einen Blick

Bundesrat will Abzug für Kinderdrittbetreuungskosten erhöhen

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Kinderdrittbetreuungskosten: Bundesrat beauftragt das Eidg. Finanzdepartement eine Vernehmlassungsvorlage auszuarbeiten.

Um dem inländischen Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, sollen künftig höhere Abzüge bei den Kinderdrittbetreuungskosten zugelassen werden. Bei der direkten Bundessteuer ist ein Maximalabzug von 25‘000 Franken vorgesehen. Die Kantone ihrerseits sollen verpflichtet werden, für den Abzug der Kinderdrittbetreuungskosten mindestens 10‘000 Franken vorzusehen, schreibt der Bundesrat in einer entsprechenden Mitteilung. Einen unbeschränkte Abzug will der Bundesrat indes nicht - Luxuslösungen sollen nicht subventioniert werden.

Der Abzug soll wie bisher allen Eltern zustehen, die aufgrund von Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Erwerbsunfähigkeit auf eine externe Kinderbetreuung angewiesen sind. Fallen die Kosten für die externe Betreuung tiefer aus als der Maximalabzug, sind nur die effektiven Kosten zum Abzug zugelassen. Profitieren von den neuen Abzügen können Eltern, deren Kinder das 14. Altersjahr noch nicht vollendet haben.

Situation heute

Im geltenden Steuerrecht kann bei der direkten Bundessteuer ein Abzug von maximal 10‘100 Franken pro Kind geltend gemacht werden. In den Kantonen bestehen unterschiedliche Limiten - Stand 2015: zwischen 3000 und 19‘200 Franken pro Kind (Uri unbegrenzt).

Wie weiter?

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung das Eidg. Finanzdepartement (EFD) beauftragt, bis Ende April 2017 eine Vernehmlassungsvorlage zur steuerlichen Behandlung der Kinderdrittbetreuungskosten auszuarbeiten.

Steuerabzug für Kinderdrittbetreuung volkwirtschaftlicher Gewinn?

Kurzfristig hätte eine solche Reform jährliche Mindereinnahmen in der Höhe von rund 10 Millionen beim Bund bzw. von rund 25 Millionen Franken bei Kantonen und Gemeinden zur Folge, rechnet der Bundesrat in besagter Mitteilung vor. Der Bundesrat teilt jedoch die Ansicht der Eidg. Steuerverwaltung (ESTV), dass sich ein erhöhter Kinderdrittbetreuungsabzug aufgrund der positiven Beschäftigungsimpulse längerfristig selber finanziert oder sogar zusätzliche Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen möglich sind. Interessierte finden weitere Informationen nicht nur im Bericht der ESTV, sondern auch in einem aktuellen Beitag von Mario Morger (Ökonom bei der ESTV) in "Die Volkswirtschaft" (vgl. "Mehr zum Thema").

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